Fachgebiet Mittelalterliche Geschichte


Wir gingen allemal zu zweit in dieser grossen Stadt [Rom] umher, die zwar im Verhältnis zu ihrem Umfang beinahe leer erscheint, aber doch ein riesiges Volk in sich birgt. Und nicht bloss in der Stadt, sondern auch in ihrer Umgebung schweiften wir umher, und dabei tauchte auf Schritt und Tritt etwas auf, was Zunge und Herz erregte [...] Viel war von Gegenständen der Geschichte die Rede, und wir hielten für richtig, sie unter uns aufzuteilen, und zwar gemäss dem Umstand, dass Dir wohl besser die neuen und mir wohl besser die antiken bekannt sind. Und als antik sollte man alles aus der Zeit vor der Verbreitung des Christentums in Rom und vor seiner Verehrung durch die römischen Herrscher, als neu dagegen alles seit damals bis auf die heutigen Tage betrachten.       (Petrarca, Familiaria, 6,2) [1]

Zwar gilt der italienische Dichter und Humanist Francesco Petrarca (1304-1374) als einer der ersten, der den Ausdruck medium tempus (Mittlere Zeit, Zwischenzeit) für die Epoche zwischen der Antike und seiner Gegenwart benutzte und so zum Begriff des Mittelalters hinleitete. Und doch zeigt sich, dass er auch im Bewußtsein lebte, Angehöriger der neuen, nachantiken Zeit zu sein. Jene 1000 Jahre zwischen 500 und 1500, der größte Teil unserer Geschichte, werden nicht zuletzt aufgrund der Äußerungen Petrarcas und seiner humanistischen Kollegen immer wieder als finster diffamiert.

Am Darmstädter Lehrstuhl liegt der Schwerpunkt im Bereich der spätmittelalterlichen Geschichte des Heiligen Römischen Reiches - geographisch in etwa mit dem heutigen Deutschland, Österreich, Tschechien und Nord- wie Mittelitalien übereinstimmend. Aber nicht nur der Herbst des Mittelalters war bunt, wir decken in der Lehre die ganze Epoche ab. Deutliche Akzente liegen in den Bereichen Kultur-, Stadt- und Mobilitätsgeschichte, Zeremoniell und Ritual, aber auch transkulturelle Geschichte. Außerdem interessieren wir uns für Umwelt- und Infrastrukturgeschichte sowie historische Katastrophen- und Klimaforschung

[1] Übersetzung nach Francesco Petrarca, Familiaria. Bücher der Vertraulichkeiten, hg. v. Berthe Widmer, Bd. 1: Buch 1-12, Berlin; New York 2005, S. 305.   

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Inschrifttafel am Ponte Vecchio, östliche Seite (stromaufwärts), Mitte bis Ende des 14. Jahrhunderts; Foto: G.J. Schenk

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