Öffentlicher Vortrag von Gerrit Jasper Schenk: Lorsch und das Wasser


3. September 2019, 19 - 20 Uhr, Museumszentrum Lorsch (Paul-Schnitzer-Saal)

Im Rahmen der Wassertagung, die von 2. bis 4. September in Lorsch stattfindet (s. unten) hält Prof. Schenk einen öffentlichen Vortrag:

Es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass Lage und Gestalt von Kloster und Ort Lorsch durch die Wasserläufe der Region tiefgreifend mitgeformt wurden. Lorsch liegt in einer Auenlandschaft, die durch den alten, heute verlandeten Lauf des Odenwald-Neckars, die früher streckenweise darin mäandrierende Weschnitz und eine mächtige Flugsanddünenkette zwischen Gernsheim und Viernheim geprägt wurde.

Schon der Standort des ‚Altenmünsters‘ auf einer Weschnitzinsel, wenig später auch der des heutigen Klosters, nahm Rücksicht auf die natürlichen Gegebenheiten der Umgebung. Im Vortrag soll versucht werden, einen Einblick in die spannende Geschichte des Miteinanders von Mensch und Wasser vor der tiefgreifenden Umgestaltung der Auenlandschaft im 19. Jahrhundert zu geben. Zum einen wird die Bedeutung des Wassers für die klösterliche Gemeinschaft aus den schriftlichen Zeugnissen und einigen wenigen archäologischen Funden rekonstruiert: Wofür wurde das Wasser gebraucht? Zum anderen wird die Rolle der Weschnitz, des Lorscher Sees und des möglichen Hafens von Lorsch, Zullenstein am Rhein, für die Geschichte von Kloster und Ort diskutiert. Wie ging man seit der Antike bis ins 18. Jahrhundert mit den Chancen und Gefahren durch die Wasserläufe um? Diente die Weschnitz als Transportweg, trieb sie Mühlen an, wurde sie für die Bewässerung von Wiesen und den Fischfang genutzt? Wer sorgte für den Unterhalt der Wasserläufe, wer profitierte von ihnen und was geschah im Konfliktfall? Durch den langen Blick zurück wird deutlich, wie stark die Landschaft um Lorsch von den Eingriffen in den Wasserhaushalt und die Meliorationsbemühungen seit der Karolingerzeit geprägt ist. Es lohnt sich daher, heutzutage bei Renaturierungs- und Baumaßnahmen mehr Rücksicht auf die Erforschung von Bodendenkmälern zu nehmen, um die Rolle des Menschen und das Wechselspiel von Natur und Kultur bei der Gestaltung der fluvialen Anthroposphäre noch besser zu verstehen.

Internationale Tagung "Wasserwirtschaft und Wasserrechte", 2. - 4. September 2019 in Lorsch/Bergstraße


Konflikte um Wasserwirtschaft und Wasserrechte. Vom Ende der Antike bis zur Industrialisierung // Contesting Water Management and Water Rights. From the End of Antiquity to Industrialization

Dreitägige, international besetzte Tagung organisiert von Dr. Michele Campopiano und Prof. Gerrit Jasper Schenk, Fachgebiet Mittelalter / Flyer

Wenn eine Ressource für unterschiedliche Zwecke und auf unterschiedliche Weise genutzt wird, können Konflikte entstehen und die Konfliktparteien können versuchen, Eigentumsrechte zu sichern, um ihr spezifisches Ziel zu erreichen.

Die Konferenz wird den Zeitraum zwischen ca. 600 und dem 19. Jahrhundert behandeln

Die Konferenz legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Untersuchung von Auseinandersetzungen, die sich aus Unterschieden in den sozialen Organisations- und Siedlungsstrukturen ergeben, wie z.B. der Konflikt zwischen Stadt und Land in der Geschichte Europas, ist aber auch offen für die Diskussion anderer sozio-geografischer Konstellationen - auch außerhalb Europas.

 

When a resource can be deployed for several different uses, conflicts may arise and the conflictual parties may try to secure property rights in order to reach their specific objective. The conference will address the period between approx.  600 and the 19. Century.

It will be of particular interest for the conference to examine conflicts arising from differences in social organization and settlement structures, such as the conflict between city and countryside in the history of Europe: the conference is, however, open to discuss all forms of water-related conflicts arising from socio-geographic complexity, also outside of Europe.

 

Teilnahme kostenlos, Anmeldung per Mail bei Anita Schilz, Fachgebietsassistenz Mittelalter.

 

Herrenhausen-Konferenz "Extreme Events: Building Climate Resilient Societies" 9.-11.10.2019 in Hannover


Auf der Konferenz diskutieren internationale Experten, wie die gesellschaftliche Resilienz gegen Klimaextreme vor dem Hintergrund der Ziele für nachhaltige Entwicklung verbessert werden kann. Die Konferenz wurde durch Prof. Dr. Gerrit J. Schenk im Rahmen der Arbeitsgruppe "Future Earth" miteingeworben und -organisiert. Sie wird durch die VolkswagenStiftung gefördert. Prof. Schenk organisiert gemeinsam mit Petra Mahrenholz vom Umweltbundesamt die Session 1 "Challenges of Extreme Events for Resilient Infrastructures".

Mehr Informationen finden Sie hier.

Athene-Preis für Gute Lehre an Stephan Ebert


Die TU Darmstadt verleiht am 28.11.18 im Rahmen der Verleihung des Athene-Preise für Gute Lehre der Carlo und Karin Giersch-Stiftung den Hauptpreis aller Fachbereichspreise an Stephan Ebert (Institut für Geschichte, Fachgebiet Mittelalter) und den Sonderpreis Digitale Lehre an Prof. Jens Ivo Engels (Institut für Geschichte, Fachgebiet Neuere und Neueste Geschichte):

Von allen 13 Fachbereichspreisen erhält Stephan Ebert für den Fachbereich 02, Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften, für seine Lehrveranstaltung „Essen und Trinken im Mittelalter“ den Hauptpreis. Die Lehrveranstaltung wurde als forschungs- und praxisnah gelobt, die studierendenzentriert das eigenverantwortliche Lernen in den Fokus rückt.

Den Sonderpreis Digitale Lehre erhält Professor Jens Ivo Engels für die Verbindung von forschendem Lernen mit einer dauerhaft sichtbaren digitalen Aufbereitung, die für die regionale Kulturförderung in der Rhein-Main-Region relevant ist.

Mehr zu dem Athene-Preis und den weiteren Preisträgern finden Sie hier.

Lehrveranstaltungen des Fachgebietes


Aktuelles zum Lehrangebot finden Sie unter "Studium":  Opens internal link in current windowhier.

Das Oberseminar „Neues aus dem Mittelalter“

Im Oberseminar/ Colloquium besteht Gelegenheit, laufende Abschlussarbeiten vorzustellen. Es wird vermittelt, wie Forschungsarbeiten angelegt, aufgebaut, durchgeführt und ihre Ergebnisse präsentiert und wissenschaftlich diskutiert werden. Ein weiteres Ziel besteht in der Einübung diskursiver Kompetenzen (Moderation von Diskussionen) und der Erfassung und Fixierung wesentlicher Forschungsergebnisse. Damit wird zugleich auf die Examensphase vorbereitet und die Examensphase begleitet. Ein Termin ist (bei Bedarf) zur Vorstellung der Usancen bei schriftlichen und mündlichen Abschlussarbeiten und -prüfungen (Staatsexamen, Bachelor, Magister), den Modulen „Quellenrecherche“ (Master Geschichte) und dem „Begleiteten Selbststudium Vormoderne“ sowie zur Beratung in konkreten Prüfungsfragen eingeplant.

Außerdem sollen aktuelle Probleme der Mittelalterforschung (auch durch Gäste) vorgestellt und die in der Abteilung Mittelalter laufenden Forschungen diskutiert werden. Ferner können epochenübergreifend Forschungsschwerpunkte des Instituts für Geschichte vorgestellt und (auch mit Gästen) diskutiert werden, siehe Semesterplan (Aushang, Webseite).

Das aktuelle Programm hier
Vergangene Veranstaltungen im Archiv hier

4th Conference of the International Bridges Group in Regensburg (25.–26.08.2018)


Prof. Dr. Gerrit J. Schenk (Leitung des Fachgebiets für Mittelalterliche Geschichte der TU) war Co-Organisierender der vierten Konferenz der International Bridges Group vom 24. - 26. August 2018 in Regensburg. Die Konferenz fand in Kooperation mit der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung, dem Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Universität Regensburg und dem Öffnet externen Link in neuem FensterGraduierten Kolleg KRITIS der TU Darmstadt statt. Der Fokus lag auf der Regensburger Stadtgeschichte sowie der steinernen Brücke der Stadt (12./ 13. Jahrhundert).

Auf der interdisziplinären Tagung wurden u.a. folgende Themen diskutiert:

  • Konstruktion und Erhaltung von Brücken
  • Entwicklung und Wachstum mittelalterlicher Städte mit steinernen Brücken
  • Ikonographie der Statuen auf Brücken
  • Praktische und symbolische Funktionen steinerner Brücken
  • Brücken als kulturelles Erbe


Lesen Sie das vollständige Programm hier.

Dr. Thomas Labbé erhält den Prix Augustin Thierry der Stadt Paris / Dr. Thomas Labbé reçoit le Prix Augustin Thierry de la Ville de Paris


Wir, das Fachgebiet Mittelalterliche Geschichte, freuen uns sehr, dass unser ehemaliger Humboldt-Stipendiat (2013-2015) Dr. Thomas Labbé für sein Werk  Les catastrophes naturelles au Moyen Âge mit dem Prix Augustin Thierry der Stadt Paris ausgezeichnet worden ist. Die Preisverleihung fand am 6. Dezember 2017 statt. Herzliche Glückwunsche!

C'est avec grand plaisir que l’équipe de l’Institut d’Histoire du Moyen Âge reçut le message que son ancien Humboldt Research Fellow (2013-2015) Dr. Thomas Labbé eut l’honneur d’avoir été primé pour son œuvre Les catastrophes naturelles au Moyen Âge. Il reçut le prix Augustin Thierry de la ville de Parisle jour du 6 décembre 2017. Nos félicitations!

Neuerscheinung: Historical Disaster Experiences, hg. v. Gerrit J. Schenk


G.J. Schenk (Ed.): Historical Disaster Experiences. Towards a Comparative and Transcultural History of Disasters Across Asia and Europe (Transcultural Research – Heidelberg Studies on Asia and Europe in a Global Context), Heidelberg 2017.

  •  Presents the first study on historical disaster experiences across Europe, the Near East and Asia in pre-industrial societies

  •  Focuses on long-term processes for dealing with natural disasters and on cultural learning

  •  Offers transcultural perspectives on historical disaster research

Historical disaster research is still a young field. This book discusses the experiences different cultures, from Europe across the Near East to Asia, have of natural disasters. It focuses on the pre-industrial era and on the question of similarities, differences and transcultural dynamics in the cultural handling of natural disasters. Which long- lasting cultural patterns of perception, interpretation and handling of disasters can be determined? Have specific types of disasters changed the affected societies? What have people learned from disasters and what not? What adaptation and coping strategies existed? Which natural, societal and economic parameters play a part? The book not only reveals the historical depth of present practices, but also reveals possible comparisons that show globalization processes, entanglements and exchanges of ideas and practices in pre-modern times.

Ausstellung "Geheimnis - Herrschaft - Wissen. Forscherdrang hessischer Landgrafen"


In diesem Jahr feierte die Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt ihr 450-jähriges Bestehen. Als das Haus Hessen sich 1567 in die Linien Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt teilte, brachte Landgraf Georg I. seine Büchersammlung 1567 von Kassel mit nach Darmstadt. Auf ihr aufbauend entwickelte sich eine bedeutende Bibliothek.

In diesem Kontext widmeten sich die Kuratoren, zu denen Björn Gebert, M.A. (ULB Darmstadt), die Professoren Gerrit J. Schenk und Volkhard Huth aus dem Fachgebiet Mittelalter des Instituts für Geschichte an der TU Darmstadt sowie Prof. Burkhard Kümmerer von der Arbeitsgruppe Didaktik des Fachbereichs Mathematik gehören, dem Forscherdrang hessischer Landgrafen in der Frühen Neuzeit. Überwiegend anhand von Handschriften und Drucken der Universitäts- und Landesbibliothek aus astrologischen/ astronomischen und medizinischen Werken wird deutlich, wofür sich die Landgrafen interessierten. Besonders in den Blick nahm die Ausstellung den Landgrafen Philipp III. von Hessen-Butzbach (+ 1643), der beispielsweise mit Johannes Kepler in Austausch stand.

Die Ausstellung war zu sehen von 18.07.2017 bis 22.10.2017

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie Öffnet externen Link in neuem Fenster hier.

Den verschriftlichten Eröffnungsvortrag "Geheimnis - Herrschaft - Wissen. Theoretisches und praktisches Wissen in der frühneuzeitlichen Hofkultur am Beispiel von Beständen der Darmstädter Universitäts- und Landesbiblibliothek" von Prof. Gerrit J. Schenk vom 17. Juli 2017 können Sie Öffnet externen Link in neuem Fensterhier nachlesen.

Darmstädter Studierende kochen nach einem über 600 Jahre alten Rezept


Mittelalterliche Kochbücher sind schwer zu lesen: Die Sprache ist anders, Begriffe sind unbekannt. Noch schwieriger ist es allerdings, daraus klare Anweisungen zur Zubereitung der Gerichte zu erhalten, denn Mengen- und Zeitangaben fehlen völlig. Im Rahmen der von Stephan Ebert geleiteten Übung „Essen und Trinken im Mittelalter" haben drei Studenten im Sommersemester 2017 ein Menü zusammengestellt, das Einblicke in die mittelalterliche Kochkunst bietet. Jonas Gigerich, Rainer Hofmann und Philipp Ries wagten den Selbstversuch und komponierten aus mittelalterlichen Rezepten ein Menü zum Nachkochen (angepasst an die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts)! Dabei interpretierten sie die Rezepte mithilfe von zeitgenössischen Texten (z.B. Kräutern aus dem Capitulare de villis, um 800) und wissenschaftlicher Literatur.

Das Menü zum Nachkochen können Sie Leitet Herunterladen der Datei einhier herunterladen.
Im Rahmen der Übung wurde das Menü auf einer Exkursion zum Kloster Lorsch unter mittelalterlichen Bedingungen nachgekocht. Einen wissenschaftlichen Bericht hierzu finden Sie Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.

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