Die Bedeutung der Kategorie Geschlecht im soziopolitischen Raum der römischen Kaiserzeit


Die soziopolitische Ordnung des Imperium Romanum bestand aus zahlreichen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Elementen, welche in ihrer einzigartigen Konstellation die Lebenswelt und Existenz ihrer Zeitgenossen bestimmten. Um diese untersuchen zu können, stehen der altertumswissenschaftlichen Forschung verschiedene Lösungsansätze und Denkmodelle zur Verfügung. Die Erkenntnisse der letzten Jahre haben jedoch deutlich machen können, dass all diese Konzepte ohne die Einbeziehung des Faktors Geschlecht die gesellschaftliche und politische Komplexität der römischen Kaiserzeit letztlich stets nur bis zu einem gewissen Grad zu erfassen vermögen.

Die Untersuchung, Anwendung und Weiterentwicklung des Faktors Geschlecht als historische Ordnungs- und Analysekategorie in ihrer synchronen Breite und diachronen Tiefe stellt folglich ein zentrales Feld der altertumswissenschaftlichen Forschung dar. Der Arbeit in diesem Feld widmet sich seit zwei Jahren auch die Forschungsgruppe GenIuS, deren Mitglieder am 20. und 21. Juli 2012 an der TU Darmstadt zusammenkommen, um "die Bedeutung des Faktors Geschlecht im soziopolitischen Raum der römischen Kaiserzeit" unter althistorischen, archäologischen und philologischen Fragestellungen zu untersuchen und zur Diskussionen zu stellen. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen und sich in den Diskussionsprozess einzubringen.

 

Tagungsprogramm:

Freitag, 20. Juli 2012 (Raum S3 13 / 56)

 

15:00 Uhr c.t.           Frauke Hutmacher / Sven Page:

                                 Einführung

anschließend            Eröffnungsvortrag: Prof. Dr. Christiane Kunst (Osnabrück):

                                 Das  ‚Vermögen‘ der Kaiserfrauen

 

 

Sektion I: Formen der Repräsentation

Moderation: Frauke Hutmacher

16:30 Uhr            Dominik Maschek (Darmstadt): Große Männer – kleine Gräber? Zur Konstruktion von Geschlechterdiskursen in der spätrepublikanischen und frühkaiserzeitlichen Sepulkralarchitektur 

17:15 Uhr            Cristina Murer (Amsterdam/Oxford): Funktions- und Repräsentationswandel weiblicher Ehrenstatuen und die Konstruktion von ‚gendered spaces‘ in den kaiserzeitlichen Städten Italiens und Nordafrikas

18:00 Uhr            Pause

18:30 Uhr            Sven Page (Darmstadt): Familiärer Ruhm und individueller Status. Zu patronalen Repräsentationsstrategien aristokratischer Familien in der hohen Kaiserzeit.

 

Samstag, 21. Juli 2012 (Raum S3 13 / 56)

 

Sektion II: Konstruktion von Lebenswelten

Moderation: Sven Page

10:00 Uhr            Anabelle Thurn (Darmstadt/Freiburg): „Tum grave servitium nostrae cogere puellae discere […].“ Zu Entwicklung oder Kontinuität eines ‚unrömischen Männerbildes‘ in Republik und Kaiserzeit 

10:45 Uhr            Christian Herkner (Darmstadt): Lebenswelt und Romanisierung in Hessen. Der Einfluss des sozialen und gesellschaftlichen Umfelds auf die Identitätsentwicklung des indigenen Subjekts unter besonderer Berücksichtigung des Faktors Geschlecht 

11:30 Uhr            Pause 

12:00 Uhr            Pascal Frank (Darmstadt): Die Lebenswelt ‚Römische Therme’ als Kosmos der Selbstsorge. Eine geschlechterspezifische Untersuchung unter Berücksichtigung der soziopolitischen Funktion stadtrömischer Thermen im Rahmen des Prinzipats

12:45 Uhr            Mittagspause


Sektion III: Handlungsräume

Moderation: Christian Herkner 

14:30 Uhr            Marion Boos (Darmstadt): Frauen – Göttinnen – Frauengöttinnen? Zur Weihgabenpraxis in Heiligtümern weiblicher Gottheiten

15:15 Uhr            Frauke Hutmacher (Berlin): Handlungsnetzwerke römischer Kaiserfrauen im 1. Jh. n.Chr.

16:00 Uhr            Schlussworte



Download des [Tagungsprogramms].




Kontakt


Kerstin Wehlmann
[Projektkoordination]

 

GenIuS(at)pg.tu-darmstadt.de

 

Telefon: +49 (0)6151 / 16 - 6501
Telefax: +49 (0)6151 / 16 - 3992

 

Technische Universität Darmstadt
FB 02, Institut für Geschichte
Fachgebiet Alte Geschichte
Projekt GenIuS
Residenzschloss
64283 Darmstadt

 


Projektleitung


Frauke Hutmacher, M.A.
[Humboldt-Universität zu Berlin]

 

Sven Page
[TU Darmstadt]

 

 

 

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