Fachgebiet Mittelalterliche Geschichte


Die mittelalterliche Geschichte umfasst ungefähr die Zeit von 500 bis 1500. Das Fachgebiet vermittelt in der Lehre Kenntnisse in allen Teilepochen vom Früh- über das Hoch- bis zum Spätmittelalter und setzt thematisch Schwerpunkte im Bereich der individuellen Forschungsgebiete der Fachgebietszugehörigen. Durch Lehrbeauftragte werden regelmäßig auch Fertigkeiten in den historischen Grundwissenschaften (vor allem Paläographie, Kodikologie und Archivkunde), auch in ihrer digitalen Dimension, vermittelt.

Forschungsschwerpunkte liegen derzeit im Bereich der früh- und spätmittelalterlichen Geschichte des Heiligen Römischen Reiches, geographisch etwa dem Gebiet des heutigen Deutschland, Ostfrankreich, Westpolen, Österreich, Schweiz, Tschechien und Nord- wie Mittelitalien entsprechend.

Deutliche Akzente liegen auf folgenden Themengebieten:

  • Kultur-, Stadt- und Mobilitätsgeschichte,
  • historische Katastrophen- und Klimaforschung,
  • Umwelt- und Infrastrukturgeschichte,
  • historische Anthropologie, Zeremoniell und Ritual,
  • Verflechtungsgeschichte, historische Ausstellungen.

Hier finden Sie Informationen zu aktuellen Aktivitäten des Lehrstuhls wie etwa unserem Oberseminar.

Inschrifttafel am Ponte Vecchio, östliche Seite (stromaufwärts), Mitte bis Ende des 14. Jahrhunderts; Foto: G.J. Schenk

Berichte über natürliche Extremereignisse sind zentrale Quellen der historischen Katastrophenforschung. Ein eindrückliches Zeugnis bietet hier die obige Inschriftentafel an der weltberühmten „Alten Brücke“ von Florenz, die an eine katastrophale Überschwemmung im November 1333 erinnert, von der eine städtische Chronik so berichtet:

„Am ersten Tag des Novembers begannen in Florenz und fast in der gesamten Toskana sehr starke Regenfälle und hielten über vier Tage und vier Nächte hinweg an […], weshalb am Donnerstag, dem 4. November […] [das Wasser] zu Beginn der Schlafenszeit die Mauer längs des Arno auf einer Länge von etwa 130 Ellen aufriss, durch diese Einbruchstelle eindrang und den Sitz der Minderbrüder zerstörte und verwüstete. […] Die Brücke Rubaconte und die Karrenwegbrücke und die bei Santa Trinita – bis auf einen Pfeiler und einen Bogen – stürzten ein und viel Holz, das der Arno mit sich führte, verkeilte sich an der Alten Brücke und sie stürzte bis auf zwei Pfeiler ein und die Marsstatue, die oben auf einem Pfeiler dieser Brücke stand, ging zugrunde […].“

(Biblioteca Nazionale Centrale, Florenz, Fondo nazionale Ms. II-I-313, fol. 25v-26r; Übersetzung nach Schenk, Gerrit J., Lektüren im Buch der Natur. Wahrnehmung, Beschreibung und Deutung von Naturkatastrophen, in: Rau, Susanne/ Studt, Birgit (Hg.), Geschichte schreiben. Ein Quellen- und Studienbuch zur Historiographie (ca. 1350-1750), Berlin 2010, S. 510f.)

Links


Literaturrecherche

MGH OPAC

RI OPAC

IMB (TU-VPN)

Digitale Hilfsmittel und Editionen

dMGH

eMGH (TU-VPN)

RI online

LexMA (TU-VPN)

ManuscriptaMediaevalia

Orbis Latinus

Institutionen und Verbände

MGH

Regesta Imperii

Mediävistenverband

Mediävistische Forschungsplattformen

mittelalter.hypotheses.org

Vorträge und Forschungen (Konstanzer Arbeitskreis)

A A A | Drucken Drucken | Impressum | Datenschutzerklärung | Kontakt | Suche | Sitemap
zum Seitenanfangzum Seitenanfang