Fachgebiet Neuere Geschichte mit Schwerpunkt Stadt- und Umweltgeschichte


Espahangizi, Raika
espahangizi(at)stadtforschung.tu-darmstadt.de
http://www.stadtforschung.tu-darmstadt.de/urbangrad/

Stipendiatin an der URBANgrad (Graduate School of Urban Studies)

Arbeitstitel: Urbaner Alltag und migrantische Lebenswelten in deutschen Großstädten der 1960er und 70er Jahre

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:

Am Beispiel der Städte Köln und Frankfurt a.M. untersucht das Projekt die Geschichte der Etablierung der migrantischen Wohnbevölkerung seit den 1960ern und Transformationen des urbanen Raums und des städtischen Alltagslebens durch Einwanderung. Im Vorder­grund stehen Alltags­prak­tiken und -konflikte sowie Wohn- und Lebensrealitäten der Migrant­In­nen, welche in Relation zur städtischen Ausländer- und Sozialpolitik gesetzt werden. Der historische Städtevergleich ermöglicht die Erörterung von Gemeinsamkeiten sowie lokal­spezi­fischen –möglicherweise eigenlogischen– Differenzen in Bezug auf die Geschichte der Migration. Zudem sollen die Grundlagen und Entstehungs­bedin­gun­gen der Debatte um stadt-räumliche Segrega­tion sowie die Bedeutung des Beziehungs­komplexes ‚Stadt und Migration’ für die historische Herausbildung des bis heute wirkmächtigen Integrationsimperativs beleuchtet werden.

 

Glock, Katja
katja.glock(at)nexgo.de

Arbeitstitel: Städtische Aufgaben und private Initiative – Public Private Partnership in Deutschland: das Beispiel der Wiederaufbau GmbH (1949-1980) in Darmstadt

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:

Die anwachsende finanzielle und strukturelle Schieflage vieler deutscher Städte lenken die Aufmerksamkeit von Politik, Wirtschaft und breiter Öffentlichkeit auf die Organisation städtischer Aufgaben. Das Aufgabenspektrum und die Effizienz der öffentlichen Verwaltung stehen dabei ebenso in der Diskussion wie die im Auftrag der Stadt agierenden, privatrechtlich organisierten Gesellschaften. 
Die geplante Dissertation stellt mit der Darmstädter Wiederaufbau GmbH eine "public private partnership" in den Mittelpunkt der Untersuchung. Die  Aufgabe der GmbH war es, durch die Ansiedlung von Industriebetrieben die wirtschaftliche Basis der im 2. Weltkrieg stark zerstörten Stadt zu verbreitern. Dazu kamen soziale und kulturelle Projekte. Diese zielten, zusammen mit den Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung, auf langfristige Strukturverbesserungen im städtischen Raum. 
Das Erkenntnisinteresse der Studie ist es, anhand der Arbeit der Darmstädter Wiederaufbau GmbH aufzuzeigen, ob und wie sich die Organisationsstruktur städtischer Aufgaben von der Nachkriegs- über die Wirtschaftswunderzeit bis hin zur Ölkrise der 1970er Jahre wandelte. Damit soll nicht nur ein Beitrag zur Geschichte Darmstadts geleistet werden. Vielmehr fragt dieses Promotionsprojekt danach, inwiefern im Rahmen der allgemeinen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Entwicklungen im urbanen Kontext in der Wiederaufbau GmbH spezifische Darmstädter Situationen zum Tragen kamen.
Für die Analyse wird die Gesellschaft als Teil eines Netzwerks aufgefasst, dessen Knotenpunkte im wesentlichen durch Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft repräsentiert werden. Einer der zentralen Person der Wiederaufbau GmbH und deren Aktionspartnern war der Architekt und Gesellschafter Kurt Jahn. Von ihm und von den Projekten der Gesellschaft ausgehend, lässt sich ein intensives Beziehungsgeflecht zwischen den Akteuren aufzeigen, lassen sich kommunale Steuerungs- und Entscheidungsprozesse verstehen. Dieser feldtheoretische Ansatz und literaturbasierte Vergleiche werden zeigen, in wie weit die gefundenen Ergebnisse Darmstädter Besonderheiten und in wie weit sie eher Resultat übergeordneter wirtschaftlicher, politischer und ideeller Prozesse sind.

 


Greim, Andreas
andreas-greim(at)t-online.de

Arbeitstitel:

Stadt, Region und städtische Gesellschaft im Übergang. Das Zusammenspiel von Alltag, Öffentlichkeit und Politik am Beispiel von Darmstadt, Offenbach a. M. und der früheren hessischen Provinz Starkenburg (1914-1924).

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:

Die zwei Jahrzehnte vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zum Ende der Weimarer Republik und innerhalb dieser Zeitspanne die Jahre zwischen Krieg, Revolution und Hyperinflation sind eng verknüpft sind mit der Interpretation der europäischen Zwischenkriegszeit als »Krisenjahre« der klassischen Moderne (Detlev Peukert). Die nachstehend kurz beschriebene Forschungsarbeit löst sich dagegen vom narrativen Konzept der »Krise« zugunsten eines anderen Zugangs zur Geschichte der Zwischenkriegszeit, der die Interdependenz von politischer Kommunikation und gesellschaftlicher Selbstreflexion in den Mittelpunkt rückt.
Im Gegensatz zu älteren Gesellschaftstheorien, die den negativen Einfluss von Massenmedien auf das Alltagsbewusstsein und die politischen Bewusstseinsbildung hervorheben, beruht die vorgenannte Studie auf der Annahme, dass die in modernen Gesellschaften durch die Leitmedien der politischen Kommunikation hergestellte Öffentlichkeit einen sozialen Raum schafft, in dem alle am Kommunikationsprozess beteiligten Akteure nicht nur um politische Definitionsmacht und kulturelle Deutungshoheit, sondern auch um die Unterstützung der Bevölkerung für bestimmte Modelle der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung konkurrieren müssen.
Die Studie befasst sich mit dem Zusammenspiel von Alltag, Öffentlichkeit und Politik, die am Beispiel der moralischen Ökonomie städtischer Gesellschaften oder genauer gesagt: am Beispiel von Diskursen und Praktiken der Moralisierung von Markt und Konsum in städtischen Gesellschaften dargestellt wird. Als eine mikrohistorische Forschungsarbeit stützt sich die Studie auf die Fallbeispiele von Darmstadt, der früheren Landeshauptstadt des Volksstaates Hessen, und Offenbach, vormals einer der wichtigsten Industriestandorte in der südlichen Umgebung von Frankfurt (nahezu übereinstimmend mit dem Gebiet der einstigen Provinz Starkenburg, damals wie heute eine der ökonomisch stärksten Subregionen des Rhein-Main-Gebietes).

 


Keesser, Sina

www.tdt.tu-darmstadt.de
Stipendiatin am Graduiertenkolleg "Topologie der Technik"

Arbeitstitel: Raum im Bild - Darstellungstechniken der Planungspraxis

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:

Während Architekten des Mittelalters noch als Handwerker galten, die sich vornehmlich mit bautechnischen Fragen beschäftigten, verstanden sich Architekten seit der Frühen Neuzeit vielmehr als Designer, die sich mit Darstellungstechniken auseinandersetzten. Dienten die erstellten Skizzen, Zeichnungen und Pläne zunächst primär zum Informationsaustausch mit Baustelle oder Auftraggeber, bewirkte die technische Möglichkeit zur Reproduktion dieser Bilder auch eine veränderte Kommunikation mit der allgemeinen Öffentlichkeit. Denn die Möglichkeit, Architektur anhand von Bildern zu konsumieren, veränderte die Rezeption insofern, als sie nicht mehr an das direkte räumliche Erlebnis gebunden war. Die Einführung von Massenmedien führte zu einer Intensivierung dieser Entwicklung, so dass unser baukulturelles Gedächtnis heute zu einem nicht unerheblichen Teil von medial vermittelten Bildern geprägt ist.
Als Beitrag zur Professionsgeschichte des Architekten geht die geplante Forschungsarbeit diesem Verhältnis von Architektur und Massenmedien bzw. Raum und Bild auf den Grund. Dabei liegt der zeitliche Fokus auf den 1950-70er Jahren. Zum einen war Architektur damals ein Thema, dem gesamtgesellschaftliche Relevanz zugeschrieben wurde. Zum anderen äußerte die internationale Architekturelite des CIAM (Congrès International d’Architecture Moderne) explizit den Wunsch, nicht länger einen abgeschlossenen Expertendiskurs zu führen, sondern mit der breiten Bevölkerung in einen Dialog treten zu wollen. Als adäquate Kommunikationsmittel für diesen Zweck wurden gerade Fotografien, Skizzen und Collagen gehalten.
Aus Perspektive der Mediengeschichte soll geklärt werden, wie innerhalb von Printmedien über Architektur berichtet wurde, welche Inhalte von einzelnen Akteuren an welche Zielgruppen verbreitet werden sollten und inwieweit sich diese mit der spezifischen Form des Mediums vereinbaren ließen. Dabei werden Bilder als 'materielles Dispositiv' verstanden, das bestimmte Aussagen ermöglicht, andere aber gleichzeitig ausschließt. Letztlich soll herausgearbeitet werden, welche Konsequenzen die Mediatisierung des Architekturdiskurses mit sich brachte, ob sich Planungspraxis und Ausbildungssituation dadurch wandelte und inwieweit sich dabei auch die allgemeine Wahrnehmung von Architektur veränderte.

 

Vetter-Schultheiß, Silke
www.tdt.tu-darmstadt.de
vetter-schultheiss(at)pg.tu-darmstadt.de

Arbeitstitel: Bilder machen Geschichte. Bildpolitiken im Natur- und Umweltschutz von 1950 bis 1990

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:

Ausgerechnet eine rote lachende Sonne auf gelbem Grund ist bis heute die Ikone der Anti-Atomkraft-Bewegung. Das im Jahre 1975 entworfene politische Motiv sollte ein Gegenbild zur atomaren Bedrohung setzen. Dieses Symbol verweist auf den Kernpunkt meines Dissertationsprojektes: die Bildpolitiken der Natur- und Umweltschutzbewegungen und ihr Wirkungspotential. In den Blick kommen deren visuelle und rhetorischen Mittel.
Bis heute fehlen größere Arbeiten zu der Rolle von Bildern im Natur- und Umweltschutz. Die geplante Studie schließt an Theorien der visuellen Geschichtsschreibung an, etwa an die Visual (Cultural) History. Ziel ist es, die Entstehung und Ausprägung von Bildpolitiken am Beispiel der Natur- und Umweltschutzbewegungen sowie ihre Rezeption zu untersuchen und damit einen Beitrag zur bildtheoretisch informierten Umweltgeschichte zu liefern. Gefragt wird nach der Stellung von Bildern als Medien der Politik. Darüber hinaus leistet die Arbeit einen methodisch innovativen Beitrag, indem sie Bildtheorie unter den Bedingungen des Historischen neu formuliert.

 

 

Abgeschlossene Dissertationen


Bellmann, Dagmar

Eine Kultur und Technikgeschichte der Passagierschifffahrt.

Disputation 5/2014; die Arbeit erschien unter dem Titel:
Von Höllengefährten zu schwimmenden Palästen
. Die Passagierschifffahrt auf dem Atlantik (1840-1930), Frankfurt am Main 2015.

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:

Im Tourismus wird für den Urlauber eine Welt außerhalb der gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit errichtet. Diese Parallelwelt bezeichne ich als „technischer touristischer Mikrokosmos“. Es gibt viele derartige Mikrokosmen, so z.B. Cluburlaube oder auch Seereisen. Sie weisen strukturelle Ähnlichkeiten auf: das Prinzip der Freiwilligkeit, die Erzeugung eines Gemeinschaftsgefühl, die Abschottung von der Außenwelt, Sicherheit und Verlässlichkeit in einer als feindlich oder zumindest als fremd empfundenen Umgebung, die mit Hilfe der Technik bezwungen werden soll. Sie wirken stark illusionistisch, denn sie erzeugen zuverlässig und vorhersagbar bestimmte Emotionen und stellen Erlebnisse nach, ohne deren Unannehmlichkeiten mit abzubilden.
In meiner Arbeit untersuche ich technische touristische Mikrokosmen am Beispiel der Entwicklung der Passagierschifffahrt. Denn hier ist besonders gut zu beobachten, dass sowohl der Naturraum des Meeres als auch die gesellschaftliche Lebenswirklichkeit der Reisenden im Laufe der Zeit immer stärker in den Hintergrund trat. Alles wurde darauf ausgerichtet, vergessen zu machen, sich auf einem Schiff zu befinden. Stattdessen wurde ein eigener Mikrokosmos erzeugt, der sich durch doppelte Grenzen auszeichnet (Naturraum Meer und geschlossene Gesellschaft an Bord) und eigene Handlungspraktiken hervorbringt. Der zeitliche Schwerpunkt der Arbeit wird zwischen 1880 und 1960 und der geographische Schwerpunkt auf der Transatlantik- und Südamerika-Schifffahrt liegen.

 

Böhm, Pierre

Segregation in Colonial Urban Development of 20th Century African Cities – A Cross-Country Comparison between British, French and German Imperial Policies

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:

Im Verlauf von nur einer Generation hat die Stadtplanung sich aus einer frühreifen Amateurposition zu einem abgeschlossenen, wenngleich interdisziplinär ausgerichteten Berufsbild weiterentwickelt, das in hohem Maße von der intrinsischen Motivation geleitet war, die Lebensverhältnisse in den Städten grundlegend zu verbessern. Aus diesem Grund bilden die Stadt und die Entwicklung des Berufs des Stadtplaners zwischen 1914 und 1945 den Kontext für eine Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen der europäischen Metropole und den kolonialen Territorien. Das Forschungsprojekt stützt sich dabei auf Theorien zur Diffusion von Planungswissen in Abhängigkeit zu den vorherrschenden Machtverhältnissen, wie sie der Planungshistoriker Stephen Ward formuliert hat. Darüber hinaus werden zeitgenössische Beiträge zur Wohnungs- und Mobilitätsfrage aufgegriffen und auf ihre Bedeutung für die (soziale) Segregation z.B. mit Blick auf Bodenrenten-Theorien untersucht.
Anhand von Archivmaterial und ergänzender Sekundärliteratur werden die verschiedenen Ansätze zur Kolonialverwaltung hinsichtlich ihrer Rolle für die räumliche und soziale Segregation im Alltagsleben afrikanischer Städte des frühen 20. Jahrhunderts nachgezeichnet, wobei der Schwerpunkt auf residentieller Segregation liegt. Neben den angewandten Planungsinstrumenten und dahinterstehenden Leitbildern werden sowohl (harte) bauliche Eingriffe in das Umfeld der indigenen Bevölkerung als auch (softe) soziale Steuerungsinstrumente untersucht. In Anlehnung an jüngere Forschungsansätze richtet sich der Blick dabei weniger auf die unterschiedlichen Nuancen der jeweiligen nationalen Planungstradition als vielmehr auf die Gemeinsamkeiten und den gegenseitigen, zeitgenössischen Gedankenaustausch.
Im Rahmen der Arbeit werden beispielhaft die Städte Windhoek (Namibia) und Algier (Algerien) betrachtet.

 

Feldmann, Ekke

Bauordnungen und Baupolizei zwischen 1850 und 1950 

Projekt abgeschlossen 2010; die Arbeit ist erschienen unter dem Titel: Bauordnungen und Baupolizei. Zur Entwicklungsgeschichte zwischen 1850 und 1950, Frankfurt am Main 2011.

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:
 
Mit der Arbeit soll die Entwicklungsgeschichte einer staatlichen Institution, die zunächst als Polizei, später als Baupolizei (Baupolizeibehörde) und heute als Bauaufsicht (Bauaufsichtsbehörde) bezeichnet wird, beschrieben werden. Als Untersuchungszeitraum wird der Zeitabschnitt von der Mitte des 19. Jh. (beginnende Industrialisierung Deutschlands) bis zur Mitte des 20. Jh. (Gründung der Bundesrepublik Deutschland) gewählt. Für die Untersuchung sind die Länder Bayern, Preußen, Sachsen, Württemberg und das Großherzogtum Hessen-Darmstadt ausgewählt worden, damit sind knapp 88% der Bevölkerung des Deutschen Reiches um 1870 berücksichtigt. Die Fragestellung lautet u.a.: Wie und in welchem Umfang hat sich die Institution Baupolizei in der Mitte des 19. Jh. dargestellt, welche Aufgaben hatte sie zwischen 1850 und 1950 zu erfüllen und wie hat sie sich unter jeweils geänderten gesellschaftspolitischen Bedingungen gewandelt.

 

Haumann, Sebastian

"Schade, daß Beton nicht brennt ..." Stadtplanung zwischen Partizipation und Protest 1940-1990

Disputation 1/2010; Studie erschienen unter dem Titel „Schade, daß Beton nicht brennt…“ Planung, Partizipation und Protest in Philadelphia und Köln 1940–1990 (=Beiträge zur Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung 12), Stuttgart 2011.

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:

Aus den zahlreichen Protestbewegungen, die die 1970er Jahre geprägt haben, ragen die Auseinandersetzungen um die Neugestaltung innerstädtischer Wohngebiete auf Grund ihrer Vielschichtigkeit heraus. Im Protest gegen Stadterneuerung bündelten sich die Interessen der unmittelbar Betroffenen mit bürgerlichem Traditionsbewusstsein, ideologisch motivierter Opposition und dem wissenschaftlichem Diskurs der Architekten und Planungstheoretiker.  Auf der anderen Seite war das staatliche Handeln von Ambivalenzen und Sprunghaftigkeit geprägt - forderte also Protest geradezu heraus, bot aber auch Chancen, die Anliegen der Protestgruppen in die Planungen zu integrieren. Die Arbeit analysiert diesen Prozess, der häufig als die Reorientierung der Stadtplanung hin zu zivilgesellschaftlichen Modellen beschrieben wird, anhand von Beispielfällen aus Philadelphia und Köln.

 

Patzelt, Katrin

Analyse der Rehabilitationsdebatte der Wehrmachtsdeserteure in der BRD

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:

Die dezidierte Auseinandersetzung mit der Rehabilitierung von Wehrmachtsdeserteuren kam in Deutschland erst nach der Filbinger-Affäre und im Kontext des NATO-Doppelbeschlusses 1979 langsam in Gang und in die Öffentlichkeit. Tatsächlich rehabilitiert wurden die Wehrmachtsdeserteure in Deutschland jedoch erst 2002, durch eine Erweiterung des bereits einige Jahre zuvor verabschiedeten Gesetzes zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege (NS-AufhG).
Die Debatte setzte somit nicht nur sehr spät ein, sie zog sich auch über einen sehr langen Zeitraum und wurde sehr verbittert geführt. Die Befürworter der Rehabilitation vertraten oftmals den Standpunkt, dass Desertion eine Form des Widerstands gegen Hitler war. Die Gegner waren der Ansicht, dass Wehrmachtsdeserteure unehrenhaft gehandelt und Ihre Kameraden im Stich gelassen hätten. Des Weiteren würde eine Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure eine Herabwürdigung des einfachen Wehrmachtssoldaten und damit nahezu einer ganzen Generation darstellen.
Die geplante Dissertation untersucht daher, warum die Auseinandersetzung in Deutschland so spät begann und welche Akteure sich an dem Diskurs beteiligten, welche Bemühungen sie unternahmen und wie diese sich in der Öffentlichkeit bzw. in der Gesetzgebung niederschlugen.

 

Schregel, Susanne

„Der Atomkrieg vor der Wohnungstür". Eine Geschichte der neuen Friedensbewegung in der Bundesrepublik Deutschland, 1970-1985.

Disputation 7/2010; Studie erschienen unter dem Titel: Der Atomkrieg vor der Wohnungstür. Eine Politikgeschichte der neuen Friedensbewegung in der Bundesrepublik 1970-1985 (=Historische Politikforschung 19), Frankfurt a. M. 2011.
Rezension auf H-Soz-u-Kult
Rezension bei Sehepunkte

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts:Mit dem Aufkommen der „neuen Friedensbewegung“ Anfang der 1980er Jahre entstehen eine Vielzahl politisch fokussierter Konstruktionen von Raum. Angesichts der technisch herbeigeführten Möglichkeit einer Vernichtung weiter Bevölkerungsteile wird Raum von den AktivistInnen der Friedensbewegung neu entworfen und besetzt. Das vorliegende Dissertationsprojekt befasst sich mit diesen Raumkonstruktionen in ihrer ganzen Breite. In den Blick geraten dabei sowohl die Neuinterpretationen politischer Räume, die Bedeutung spezifischer Orte, ihre mediale Inszenierung, Zugriffe auf Räumlichkeit und Körper in den Aktionsformen der Bewegung wie auch die Ikonographie der antizipierten Katastrophe im friedenspolitischen Kartenwerk.

Promotionen


Espahangizi: Urbaner Alltag und migrantische Lebenswelten in deutschen Großstädten der 1960er und 70er Jahre

Glock: Städtische Aufgaben und private Initiative – Public Private Partnership in Deutschland: das Beispiel der Wiederaufbau GmbH (1949-1980) in Darmstadt

Greim: Stadt, Region und städtische Gesellschaft im Übergang. Alltag, Politik und gesellschaftlicher Wandel zwischen Weltkrieg und Inflation am Beispiel von Darmstadt, Offenbach und der Region Starkenburg

Keesser: Raum im Bild - Darstellungstechniken der Planungspraxis

Vetter-Schultheiß: Bilder machen Geschichte. Bildpolitiken im Natur- und Umweltschutz von 1950 bis 1990

A A A | Drucken Drucken | Impressum | Kontakt | Suche | Sitemap
zum Seitenanfangzum Seitenanfang