Forschung


Forschungsschwerpunkte

Nationalismusforschung
Geschlechtergeschichte
Mediengeschichte
Geschichte der Dekolonisierung
Europäische Zeitgeschichte

 

aktuelles Forschungsprojekt

Koloniale Machtspeicher?
Infrastrukturprojekte im sub-saharischen Afrika, 1930-1970

Ziel der Studie ist eine vergleichende Geschichte der Dekolonisierung des British Empire und des französischen Empire. Ihr Gegenstand sind Planung, Bau und Erhalt von weiträumigen Infrastrukturprojekten im sub-saharischen Afrika, wie beispielsweise das Volta River Project (Goldküste/Ghana). Untersucht werden sowohl die Verflechtung staatlicher Institutionen und privatwirtschaftlicher Initiativen, die Transnationalisierung der Akteure wie auch die Materialität der Objekte und die sie umgebenden Modernisierungsnarrative.

Ausgangshypothese ist, dass Infrastrukturprojekte und die sie umgebenden Entscheidungsprozesse koloniale Macht sowohl speichern als diese Macht auch kaschieren können. Macht wird - in Anlehnung an Michel Foucault – als ein stetig auszuhandelndes soziales Kräftefeld begriffen. In diesem Kräftefeld nehmen Infrastrukturen eine herausragende Position ein. Sie speichern koloniale Macht nicht nur, sie weiten die Zirkulation dieser Macht auch aus, indem sie die Durchdringung der Peripherie auch nach dem Verlust formaler Kolonialherrschaft weiterführen. Die laut Dirk van Laak per se kolonisierende Wirkung von Infrastrukturen funktionierte weiterhin nach den Maßgaben jener Akteure, die sie planten, sie förderten, finanzierten und bauten. Durch ihre scheinbare Objektivierung – technische Erfordernisse und notwendige Modernisierung – können Infrastrukturen diese Speicherung zugleich auch kaschieren. Hierin liegt das besondere Potential der Analyse von Infrastrukturen begründet.

 

Dr. Birte Förster


Institut für Geschichte
Technische Universität Darmstadt
Landwehrstraße 50a
64293 Darmstadt

S4/23 Zimmer 307
+49.6151.1657315
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