Eine Globalgeschichte der Technik 1850-2000 (GLOBAL-HOT)


Projektleiter: Prof. Dr. Mikael Hård

Institut für Geschichte, Technische Universität Darmstadt

Förderung: European Research Council (Projektnr. 742631)  

Projektrahmen: Oktober 2017 – September 2022

Heutzutage finden wir Mobiltelefone in praktisch jeder Ecke der Welt. Es gibt aber auch gleichzeitig viele Handybesitzerinnen und Besitzer, die fürs Kochen nicht einen sogenannten modernen Elektroherd, sondern einen „primitiven“ Kohleofen oder sogar offenes Feuer benutzen. In einigen Regionen scheint die „Entwicklung“ sogar rückwärts zu laufen: Wo vor ein paar Jahrzehnten Traktoren die Felder pflügten, werden jetzt wieder Pferde eingesetzt. Es sieht also so aus, dass der globale technische Wandel weder gleichmäßig noch in einer Richtung verläuft. Der Prozess der Globalisierung muss nicht unbedingt mit zunehmender Homogenisierung der Lebensformen einhergehen, die Technikentwicklung folgt nicht überall dem gleichen Muster. Die Welt ist immer mannigfaltig gewesen und bleibt vielleicht auch so!

Das Forschungsprojekt „Eine Globalgeschichte der Technik 1850-2000“ (GLOBAL-HOT) verfolgt das historische Schicksal ausgewählter Techniken auf den Kontinenten dieser Welt. Die beteiligten Forscherinnen und Forscher untersuchen auch, wie lokal angepasste technische Lösungen beibehalten werden bzw. wie hybride Konstruktionen entstehen. Unser Ziel ist es, besser zu verstehen, wie Gerätschaften und Systeme in Europa und Nordamerika auf der einen und dem „Globalen Süden“ auf der anderen Seite verwendet und verändert werden. Zu den Forschungsgebieten gehören:

  • Die lokale Aneignung von international übergreifenden Plänen, Entwürfen und Praktiken: Während und direkt nach dem Ende des Kolonialismus haben Bewohnerinnen und Bewohner in Asien, Afrika und Lateinamerika „westliche“ Techniken übernommen, modifiziert oder abgelehnt – z.B. im Bereich der Infrastrukturversorgung und der Stadtplanung.
  • Das Aufeinandertreffen von Techniken aus unterschiedlichen Kulturen und die Entstehung hybrider Lösungen: Im Bereich der Mobilität findet sich eine Reihe von Beispielen, wo lokale Handwerkerinnen und Handwerker eingeführte Fahrräder, Motorräder und Autos modifizieren, ergänzen und anpassen.
  • Die weitere Verwendung von einheimischem Wissen und Können: Wollen wir so zu sagen eine Technikgeschichte von unten schreiben, dann wäre das „Selbstbauen“ von Häusern in sogenannten informellen Siedlungen ein spannendes Gebiet, aber auch die Landwirtschaft würde interessante Fallstudien liefern können.
  • Die Instandhaltung und Reparatur von technischen Netzwerken: Im Gegensatz zu den meisten Geschichten von großtechnischen Systemen untersucht GLOBAL-HOT, was mit Infrastrukturen passiert, nachdem sie sich etabliert haben und aufgebaut worden sind. Im Zentrum steht die Frage, welche Maßnahmen unternommen wurden, um die Netze funktionsfähig zu halten.

Kontakt



Prof. Dr. Mikael Hård

Technische Universität Darmstadt
Institut für Geschichte
Projekt Global-HoT

Besucheradresse: Landwehrstr. 50 A, Räume 011+014
Postanschrift: Dolivostr. 15
64293 Darmstadt

Tel.: 06151-16 57316
Fax: 06151-16 57363
E-Mail: global-hot(at)pg.tu-darmstadt.de

 

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