Kathrin Reichert


Lebenslauf

seit 10/2017   Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Neuere und Neueste Geschichte der TU
                       Darmstadt (Elternzeitvertretung WiSe 17/18 Dr. Volker Köhler)
2013-2017      Redaktionsmitarbeiterin der „Neuen Politischen Literatur“
2008-2013      Studium des Lehramts an Gymnasien der Fächer Chemie und Geschichte (TU Darmstadt)

Sprechstunde
Nach Absprache, bitte wenden Sie sich per E-Mail an mich.

Lehre

WiSe 2017/18
Übung „Umweltkatastrophen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“
Übung „Geschichtswissenschaftliches Schreiben“

Forschung
Dissertationsprojekt: Chemiekatastrophen des 20. Jahrhunderts – Risikofaktoren für die Umwelt
„Ciba, Roche, Sandoz: 3 Firmen – 1 Markenzeichen“ lautet ein Bannerprotest von Greenpeace aus dem Jahr 1986. In den 1980er Jahren rückte die chemische Industrie zunehmend in das Zentrum der ökologischen Kritik. Verbunden mit der Erinnerung an das Unglück von Seveso im Jahr 1976 verstärkte der Brand in einer Lagerhalle von Sandoz in Schweizerhalle 1986 und die damit einhergehende Verschmutzung des Rheins das Medienecho über die Gefahren der Chemieindustrie. Chemieunternehmen wurden als zunehmender Risikofaktor für die Umwelt wahrgenommen. Noch bevor die Brandursache im Fall Sandoz geklärt war, wurde bereits von einige deutschen Chemieunternehmen mitgeteilt, dass ein solcher Unfall in der Bundesrepublik Deutschland ausgeschlossen sei. Doch aus welchem Grund war sich die deutsche Chemieindustrie dessen so sicher? Den zeitlichen Rahmen auf die 1960er bis 1990er Jahre gesetzt, soll zunächst die unternehmensethische Perspektive fokussiert werden. Kann man spezielle Managementpraktiken während bzw. nach einer technisch-chemischen Katastrophe erkennen, wie bewertete und bewältigte man Produktionsrisiken, wurden bereits Präventionsmaßnahmen getroffen? In Korrelation zu dieser Untersuchungsebene wird ebenfalls die medial-politische Perspektive betrachtet. Durch die räumliche „Nähe“ des Vorfalls in der Schweiz und die Auswirkungen auf den Rhein rückte die Gefahr großer Chemieunfälle mit katastrophalen Folgen zunehmend auch in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland. Gemeinsam mit dem Bild der „schützenswerten Natur“ stellt sich die Frage, ob die historisch-kulturelle Bewertung des Vorfalls und die mediale Berichterstattung Auslöser für einen Wandel im unternehmerischen Handeln sein konnten. 

 

Kathrin Reichert


Neuere und Neueste Geschichte
Institut für Geschichte
TU Darmstadt

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64293 Darmstadt

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