Das Jahr 1923

Geschichte mit aktueller Relevanz: Rückblick auf ein historisches Krisenjahr

Öffentliche Ringvorlesung des Instituts für Geschichte

Das „Krisenjahr 1923“ beansprucht besondere Aufmerksamkeit – und dies nicht nur wegen des „100-Jahre-Jubiläums“. Vielmehr machen es die gegenwärtigen Krisenwahrnehmungen zu einer historischen Vergleichsfolie für unsere heutige Zeit. Der Eindruck sich auftürmender Probleme, Inflationsängste, politische Unwägbarkeiten – diese und weitere Phänomene laden zum Nachdenken über Gemeinsamkeiten und Unterschiede über die Krisenzeit vor 100 Jahren ein.

In der Ringvorlesung stellen namhafte Historikerinnen und Historiker ausgewählte Aspekte der Geschichte dieses Jahres vor und regen zur Diskussion über deren Gegenwartsrelevanz ein. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten über den Rahmen der Universität hinaus.

Im Mittelpunkt steht die prekäre Situation der Weimarer Republik, die durch Aufstände von links und rechts, Ruhrbesetzung, Hyperinflation und weitere Probleme gebeutelt war. Zugleich soll in der Ringvorlesung aber deutlich werden, dass auch 1923 nicht alles „Krise“ war. Gesellschaftliche und kulturelle Aufbrüche der Zeit sind daher mit eigenen Vorträgen vertreten.

Zudem ergänzen mehrere Beiträge den nationalgeschichtlichen Blickwinkel durch transnationale und globale Perspektiven. Es wird dadurch erkennbar, dass das Wechselspiel von Krisen und Aufbrüchen keineswegs auf Deutschland beschränkt war.

Die Vorträge

Alle Vorträge finden statt: Dienstag, 18.00-19.45h

Raum S3-13/30 (Hörsaal im Residenzschloss, TU Darmstadt)

18.4.2023: Prof. Dr. Eckart Conze (Marburg):
Zeitenwende 1923? Wurzeln und Wirkungen eines Krisenjahrs

25.4.2023: Prof. Dr. Christof Dipper (Darmstadt):
Der Hitlerputsch – Anfang vom Ende oder Ende vom Anfang?

2.5.2023: Prof. Dr. Christoph Cornelißen (Frankfurt):
Weltrevolution? Die Herausforderung des Kommunismus im Krisenjahr 1923

9.5.2023: Prof. Dr. Nicolai Hannig (Darmstadt):
Die Ruhrbesatzung: Gewaltauftakt zum Krisenjahr 1923

16.5.2023: Prof. Dr. Eva-Maria Roelevink (Mainz):
Währung in der Krise: Die Hyperinflation 1923 und Falladas „Wolf unter Wölfen“

23.5.2023: Prof. Dr. Dieter Schott (Darmstadt):
Kampf dem 'Wucher': Stadt-Land-Konflikte während der Hyperinflation

30.5.2023: Prof. Dr. Jens Ivo Engels (Darmstadt):
„Eiserne Chirurgen“ im Kampf gegen Korruption. Die Krise des Parlamentarismus und die autoritäre Versuchung im Europa der Zwischenkriegszeit

6.6.2023: Prof. Dr. Martin Lücke (Berlin):
Von Freundinnen, Transvestiten und der Neuen Frau – Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Zeiten der Krise

13.6.2023: Prof. Dr. Anna-Maria Meister (Darmstadt):
Auf der Suche nach zeitgemäßen Gestaltungssystemen: Zwischen Bauhaus-Ausstellung und der Normierung des Alltags

20.6.2023: Prof. Dr. Barbara Henning (Mainz):
1923 in der Türkei: Krisen und Neuanfänge

27.6.2023: Prof. Dr. Gerrit Jasper Schenk (Darmstadt):
Im Jahr des zuckenden Welses. Das Erdbeben von Kantō (Japan) am 1. September 1923

4.7.2023: Dr. Franziska Davies (München):
Die Ukraine im Jahr 1923: Gescheiterte Staatsbildung und die Krise des ukrainischen Nationalismus

11.7.2023: Dr. Stefan Baumann (Trier):
„It is wonderful“ – Tutanchamun und die Ägyptomanie zwischen Mythos und Inszenierung

Kontakt:

Prof. Dr. Nicolai Hannig / Dr. Detlev Mares

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von der Bürgerstiftung Darmstadt und dem Kanzler der TU Darmstadt.