Tagung: Vergeschlechtlichung und Technik: Interdisziplinäre und feministische Perspektiven auf Lern- und Bildungsdiskurse

Donnerstag, 19/ Freitag, 20. November 2026 TU Darmstadt

15.09.2026 von

Die Tagung „Vergeschlechtlichung und Technik: Interdisziplinäre und feministische Perspektiven auf Lern- und Bildungsdiskurse“ möchte verschiedenen historischen und gegenwärtigen Phänomenen rund um die Triade Geschlecht, Technologie und Lernen auf den Grund gehen und vereint dabei eine interdisziplinär aufgestellte Forschungsgemeinschaft.

Dass es zwischen Technologie und Vergeschlechtlichungen einen Zusammenhang gibt, ist seit allerspätestens den 1990er Jahren wissenschaftlicher Konsens. Auch ist seit dem Aufkommen von computergestütztem Lernen deutlich hervorgetreten, dass Technologie-Zugänge und -Vertrautheit (bzw. der Mangel dieser), gesellschaftshistorisch gewachsene Rituale wie die Vergeschlechtlichung technischer Skills und Nutzungspraktiken sowie der ideologische Betrachtungswinkel der Technik selbst allesamt Ungleichheiten (re-)produzieren können.

Mit dem Sputnik-Schock tritt der Computer als potenzieller Teil der schulischen und universitären Bildung erstmals auf den Plan, wenn auch in geringer Auflage. Vom schulischen EDV-Unterricht bis hin zu Universitäten verbreiten sich Computer ab den späten 1970er Jahren inkrementell und werden ein zunehmend wichtigeres, heute schwer wegzudenkendes Werkzeug. Über die Nachkriegsgeschichte hinweg entstehen im deutschsprachigen Raum verschiedene bildungs- und technikbezogene Diskurse wie das „katholische Arbeitermädchen vom Lande“ oder die „weibliche Technikangst“. Diese Diskurse bringen bestimmte Narrative in Bezug auf Geschlecht, Bildung und Lernerfahrung sowie Technik hervor, die in (Pfad-)Abhängigkeiten zu zukünftigen politischen und Bildungsmaßnahmen führen. Gleichzeitig bestimmen jene Dynamiken, Relationen und Diskurse die Wahrnehmung dessen, was unter Bildung, Technik, Geschlecht und Lernen verstanden wird. Verschiedene Akteur:innen spielen dabei eine Rolle in der Art und Weise und dem Umfang der Verbreitung von Technologien. Als Akteur:innen sind Schulen, Kommunen, Ministerien, Politiker:innen, Bürger:innen-, Schüler:innen- und Student:inneninitiativen und -proteste, Computerhersteller und nicht zuletzt Forschende und Forschungsgruppen an auf das Lernen bezogenen Technologie-Diskursen beteiligt. Sie produzieren dabei Narrative, die beeinflussen, in welcher Art und Weise über Technik, Geschlecht und Wissen(spraktiken) diskutiert wird.

Die Tagung zielt thematisch auf die Ko-Konstruktion vergeschlechtlichter Lernsub-jekte in Interaktion mit Technik im Rahmen von Lernerfahrungen. Es soll darum gehen, inwiefern Geschlecht, Technik und Bildung/Lernen als Triade aufeinander Einfluss nehmen. Als besonderer Fokus dient hier Deutschland vor und nach der Wende.