Zwei neue Mitarbeitende in der Technikgeschichte
15.09.2026 von Felipe Beuttenmüller
Dominik Roth ist Mitarbeiter im DFG-Projekt „Zuverlässige Piloten? Die Herstellung von Zuverlässigkeit als Herausforderung in komplexen technologischen Umwelten“. Am Beispiel des zivilen Flugzeug-Cockpits untersucht das Projekt, wie technologische Zuverlässigkeit zwischen den 1970er und 1990er Jahren hergestellt, ausgehandelt und bewertet wurde. Im Mittelpunkt steht dabei das Verhältnis von Mensch und Technik in zunehmend komplexen und automatisierten technologischen Umwelten. Untersucht werden insbesondere die Entstehung und Nutzung neuen Wissens über das Verhalten, die Fähigkeiten und Grenzen von Piloten, Strategien zur Herstellung menschlicher Zuverlässigkeit sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Automatisierung des Fliegens. Damit leistet das Projekt zugleich einen Beitrag zur Wissensgeschichte technologischer Zuverlässigkeit und zur Geschichte der Mensch-Technik-Beziehungen im 20. Jahrhundert.
Jan Oliver Schmidt arbeitet im DIFIS-Projekt „Sozialpolitik und technologischer Wandel in historischer Perspektive (SOFO-HIST)“. Das Projekt untersucht die Wechselwirkungen zwischen technologischem Wandel und Sozialpolitik in Deutschland im 20. Jahrhundert und richtet den Blick insbesondere auf die sozialen Folgen neuer Schlüsseltechnologien und veränderter Arbeitswelten. Im Zentrum des Teilprojekts steht die Frage, welche Bedeutung Technologiewissen für die sozialpolitische Auseinandersetzung mit Automatisierung, Digitalisierung und Robotisierung hatte. Untersucht wird, wie wissenschaftliches Expertenwissen über die sozialen Folgen technologischer Veränderungen entstand, von politischen Akteuren aufgegriffen und für die Anpassung des Sozialstaats genutzt wurde. Darüber hinaus wird betrachtet, welche öffentliche Resonanz dieses Wissen fand und welche Erwartungen an sozialpolitisches Handeln daraus hervorgingen.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Dominik Roth und Jan Oliver Schmidt und wünschen beiden einen erfolgreichen Start. Zugleich freuen wir uns auf neue Perspektiven, anregende Diskussionen und vielfältige Impulse für die gemeinsame Forschung in der Technikgeschichte.