Personalbild von Lilly-Brit Weiss, TU-Darmstadt, Fachgebiet Technikgeschichte

Dipl.-Ing. (FH), M.A. Lilly-Britt Weiß

Technikgeschichte

Anschubfinanzierung SFB

Kontakt

Lilly-Britt Weiß ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Projektmanagement unter Unsicherheit – ein technikhistorisches Projekt“ am Lehrstuhl für Technikgeschichte.

11/2016 – 2020

Karlsruher Institut für Technologie

Doktorandin an der KIT-Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften am Institut für Geschichte/ Institut für Technikzukünfte (Ruf von Prof. Dr. Marcus Popplow an das KIT im April 2016)

01/2015 – 10/2016

Technische Universität Berlin

Doktorandin am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte (Betreuung Prof. Dr. Marcus Popplow); Kooperative Promotion mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (Studiengang Museumskunde)

Titel: „Die neuesten Fortschritte der Zuschneidekunst.“ Zur Formalisierung der Schnitttechnik im Schneidergewerbe im 19. Jahrhundert.

04/2011 – 02/2013

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Studienfach: Modedesign, Abschluss: Master of Arts

10/2000 – 11/2004

Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Studienfach: Bekleidungstechnik mit Schwerpunkt Schnittgestaltung, Abschluss: Diplom-Ingenieur

04/1998 – 04/2000

Humboldt Universität zu Berlin

Studienfach: Kulturwissenschaft (angestrebter Abschluss: Magister)

10/1997 – 04/2000

Technische Universität Berlin

Studienfächer: Geschichtswissenschaft, Kunstwissenschaft, Soziologie (angestrebter Abschluss: Magister)

Akademischer Lebenslauf

04/2015 – 03/2018

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Stipendiatin des Berliner Programms zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre; Projekt: „Qualifizierung und Professionalisierung von

Frauen für eine Professur an Hochschulen“

04/2015 – 09/2015

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Lehrauftrag im Studiengang Bekleidungstechnik/ Konfektion für das Modul Projektstudium

03/2015 – 09/2016

netzwerk mode textil e.V.

Ansprechpartnerin für den Bereich Promotionen

10/2013

Designhochschule Schwerin

2. Listenplatz, W2 Professur für Formfindung und zukunftsweisende Konzepte im Studiengang Modedesign

10/2013

netzwerk mode textil e.V. in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin

Organisation und Dokumentation des Symposiums „shoe goes sustainable“

07/2013

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Organisation und Dokumentation des Symposiums „Create the Waste“

10/2011 – 10/2013

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Kurskonzept und Projektleitung für das interdisziplinäre Makroprojekt „Create the Waste“

04/2009 – 09/2009

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Lehrauftrag im Studiengang Bekleidungstechnik/ Konfektion für das Fachgebiet Produktmanagement

Beruflicher Werdegang (Auszug)

2001 – 2018

Freiberufliche Tätigkeit in den Bereichen Produktmanagement, Produktentwicklung, Design und Beratung in der Bekleidungsindustrie (u.a. für Evelin Brandt Berlin, Puma International, Born Knitwear für Fashion and Engineering, Michalsky)

2004 – 2011

Freiberufliche Tätigkeit in den Bereichen Kunstvermittlung, Ausstellungskonzeption und Kostümdesign in der Kunst- und Filmbranche

„Shoe goes sustainable. Ein Symposium zum Thema nachhaltiges Schuhwerk“. In: …textil…Wissenschaft. Forschung. Bildung, 1/2014, 85. Jahrgang, Hohengehren 2014.

Create the Waste. Ein interdisziplinäres Makroprojekt des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Frankfurt a. M. 2013 (mit Bauer, Birgit/ Fetzer, Horst/ Weißköppel, Angela)

PROJEKTMANAGEMENT UNTER UNSICHERHEIT

Arbeit, Forschung, gar Freizeitvorhaben werden zunehmend in Projektform organisiert und realisiert. Dabei sind Projekte in den letzten Dekaden mit zunehmender Unsicherheiten im Kontext von technologischen, wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Prozesse konfrontiert. Um Projekte erfolgreich zu realisieren, entwickelte sich in den 1940er Jahren das moderne Projektmanagement als zielgerichtete, systematisierte Handlungsweise für die Organisation, Planung, Steuerung und Kontrolle von komplexen, risikobehafteten Vorhaben. Dennoch scheitern nach wie vor viele Projekte. Das Agieren in einem dynamischen und unsicheren Kontext, das Nichtwissen über Zukünftiges, die Multiplikation der beteiligten Stakeholder und die Unplanbarkeit diverser Einflussfaktoren stellen eine zentrale Herausforderung für das Projektmanagement dar. Ziel des Forschungsprojektes ist es, mittels einer historischen Perspektive zu einer Einschätzung der gegenwärtigen Praxis im Projektmanagement zu kommen und Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung von Methoden, Ansätzen und Tools zu geben. Verbunden ist damit die Erforschung des Wechselverhältnisses zwischen der Formalisierung des Projektmanagements als Disziplin und der Anwendung dieses methodischen Wissens in der Praxis konkreter Projekte.

Abgeschlossene Dissertation

Titel: „Die neuesten Fortschritte der Zuschneidekunst.“ Zur Formalisierung der Schnitttechnik im Schneidergewerbe im 19. Jahrhundert.

Die Arbeit rekonstruiert unter technik- und wissensgeschichtlichen Gesichtspunkten die Entstehung, Formalisierung und Verbreitung des technisch-künstlerischen Wissens der Zuschneidekunst im Schneidergewerbe im 19. Jahrhundert. Dem bis dahin traditionellen, in der Meisterwerkstatt situierten und weitergegebenen Erfahrungswissen wurde bis zur Jahrhundertwende ein formalisiertes Wissen an die Seite gestellt, das universell anwendbar sein sollte. Dieses besitzt bis heute Gültigkeit und bildet die Grundlage für die Schnittkonstruktion – unabhängig davon, welche technischen Mittel und Werkzeuge für die praktische Umsetzung und Vervielfältigung von Schnittmustern bisher entwickelt wurden. In diesem Zusammenhang wird jedoch nicht nur ein explizierbares, auf mathematisch-geometrischem Wissen basierendes Regelwerk analysiert, sondern zudem die impliziten Wissensformen erörtert. Untersucht wird der historische Kontext, in dem das (wissenschaftliche) Wissen der Zuschneidekunst generiert und formalisiert wurde und es wird der Frage nachgegangen, wer die Akteure und Adressaten dieses Wissens waren und wie das Wissen verbreitet, überprüft und schließlich universalisiert wurde. Ziel ist es, bisher unbekannte historische Bedeutungszusammenhänge der Aneignung und Anwendung dieser Technik aufzudecken. Durch den Blick auf die historische Vielfalt ihrer Wissensformen sollen neue technisch-gestalterische Spielräume und Potenziale auf dem Gebiet der Bekleidungstechnik als Ingenieurwissenschaft eröffnet werden. Zugleich werden neue methodische Ansätze der Technik- und Wissensgeschichte in der Auseinandersetzung mit historischen Quellen erstmals auf das bislang in der technikhistorischen Forschung unberücksichtigte Gebiet der Schnitttechnik angewendet.