Joris Figaj M.A.
Neuere Geschichte
Doktorand und Wissenschaftliche Hilfskraft
Kontakt
joris.figaj1998@web.de
2016: Abitur
2017-2022: B.A. Geschichte mit Schwerpunkt Moderne an der TU Darmstadt
2022-2025: M.A. Geschichte an der TU Darmstadt mit Auslandsaufenthalten in Finnland, Namibia und den USA
Seit 2025: Wissenschaftliche Hilfskraft im Fachgebiet Neuere Geschichte
„Alkohol, Macht und Gewalt im deutschen Kolonialismus. Alkoholpolitik in Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika, ca. 1884-1918“ (Arbeitstitel)
Über weite Teile der deutschen Kolonialzeit stellte Alkohol das wichtigste Exportgut Deutschlands in seine afrikanischen Kolonien dar. Mein Projekt analysiert die Alkoholpolitik in den ehemaligen Kolonien Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) und Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi, Ruanda) zwischen 1884 und 1918. Welche Rolle spielte Alkohol in der deutschen Kolonialideologie? Wie versuchten die Kolonialbehörden, die Produktion, den Verkauf und den Konsum von Alkohol zu kontrollieren? Wie wirkten die Missionen seiner Verbreitung in den Kolonien entgegen? Mein Ziel ist es aufzuzeigen, dass die koloniale Alkoholpolitik Deutschlands ein Mittel der Macht- und Gewaltausübung war, das den Prozess der Landnahme unterstützte und der Konstruktion einer hierarchisch-kolonialen Gesellschaftsordnung diente. Somit prägte die Alkoholpolitik den kolonialen Alltag maßgeblich mit, weshalb ihre Analyse neue Facetten des deutschen Kolonialismus, seiner Macht- und Gewaltstrukturen und deren innerer Logiken herausarbeiten kann. Untersucht werden dazu tropen- und rassenmedizinische Abhandlungen, Tagebücher deutscher KolonialistInnen sowie vor allem die in deutschen, schweizerischen, namibischen und tansanischen Archiven gelagerten Berichte der Kolonialbehörden, Gerichte und Missionen.
Das Promotionsprojekt befindet sich aktuell in der Vorbereitung.