Dr. Denis Ljuljanović

Technikgeschichte

Mitarbeiter im DFG-Projekt "Kultur des Nichtfunktionierens"

Kontakt

Work S3|12 512
Residenzschloss 1
64283 Darmstadt

02/2024- heute

Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der TU Darmstadt, Technikgeschichte, Darmstadt

Tätigkeiten: Forschung zu Fertigung (CIM, Industrie 4.0) und digitalen Fabriken (automatisierte Fabrik, intelligente Fabrik, Fabriken der Zukunft)

Lehrveranstaltung: Wie die Fabrik in den Computer Einzug hielt – Die (Vor-)Geschichte der Industrie 4.0

Stipendium: Ernst-Ludwig-Mobilitätsstipendium – TU Darmstadt

Forschungsaufenthalt an der La Sapienza, Rom (2024/2025) & UTC, Paris (2025/2026)

08/2022–02/2024

Programmdirektor bei we.Conect Global Leaders GmbH, Berlin

Tätigkeiten: Recherche und Organisation von wissenschaftlichen/B2B-Konferenzen zu Themen wie Fertigung, Innovation, disruptive Technologien, KI und IIoT

02/2017–04/2021

Forschungs- und Lehrassistent an der Justus-Liebig-Universität, Institut für Geschichte – Geschichte (Süd-)Osteuropas, Gießen

Tätigkeiten: Forschung (Promotion) zur intellektuellen, politischen und sozialen Geschichte des Osmanischen Reiches und Südosteuropas.

Als Politikwissenschaftler und Historiker liegt mein Forschungsschwerpunkt an der Schnittstelle von Technologie und Politik. Meine bisherigen Forschungen erstrecken sich über eine Vielzahl von Themen, darunter die Geschichte der Fertigungsindustrie, Smart Manufacturing, das Internet der Dinge (IoT), disruptive Innovationen und die Akteur-Netzwerk-Theorie. Dabei konzentriere ich mich auf die politische, wirtschaftliche und industrielle Historie der Smart Factory sowie die Beziehungen zwischen Mensch und Maschine. Aktuell arbeite ich an einem Forschungsprojekt mit dem Titel „Kultur des Nichtfunktionierens: Die lange und komplexe Geschichte der digital vernetzten Fabrik“.

Imagining Macedonia in the Age of Empire: State Policies, Networks and Violence (1878-1912), Berlin: LIT Verlag, 2023.

Aufsätze

Between States: Macedonia as a Contested Terra Sancta (1878–2023). In Sacralization of History: Actors – Networks – Topics in (contemporary) Eastern Europe, edited by Liliya Berezhnaya and Heidi Hein–Kircher. 185–212. New York: CEU Press, 2025.

Young Turk Policy and Albanian Uprisings in Ottoman Macedonia: From Revolution to Balkan War(s) (1908-1912). In The Balkan Wars: Ottoman Perspectives (The War, The Struggle, The Nation), edited by Ercan Karakoç and Ali Serdar Mete, 171–199. Bern: Peter Lang, 2024.

Seeking a Homeland, Serving the Empire: Muslim Migrants from Montenegro and Their Integration within the Ottoman Bureaucracy (1870-1914). In From Empire(s) to Nation-States: Population Displacements and Multiple Mobilities in the Late Ottoman Empire, edited by Catherine Horel and Bettina Severin-Barboutie, 35–57. Leiden: Brill, 2023.

„Geç Osmanlı Döneminde Vlora (Avlonya) Ailesi ve Vlora Ailesinin Makedonya Meselesine Dair Görüşleri (1878-1912)“ [The Vlora (Avlonya) Family in the Late Ottoman Period and Their Viewpoints on the Macedonian Question (1878-1912)], Toplumsal Tarih Akademi Osmanlı-Türkiye Çalışmaları Dergisi 1 (2022): 22–40.

Entangled Trajectories: From Unity of Islam to Albanian Nationalism. In Osmanlı İdaresinde Balkanlar 1-2 [The Balkans under the Ottoman Rule], edited by Alaattin Aköz and Slobodan Ilić, 495–513. Konya: Selçuk Üniverstesi – Osmanlı Tarihi ve Medeniyeti Araştırma ve Uygulama Merkezi Yayınları, 2020.

‘Turkonegrins’ between Montenegro and Ottoman Empire: Brothers or Others?. In Etnické komunity – Neviditelní, přehlížení, zapomenutí [Ethnic Communities – The Invisible, the Overlooked, the Forgotten], edited by Dana Bittnerová and Mirjam Moravcová, 35–59. Praha: Fakulta humanitních studií Univerzity Karlovy, 2019.

„Damat Ferit Paşa – Karadağ asıllı bir sadrazam [Damat Ferit Pasha – a Grand Vizier of Montenegrin Origin],“ Muhacirin Sesi, Istanbul, 2016.

„Prošlost budućnosti – od konflikta do saradnje [The Past of the Future – from Conflict to Cooperation],“ Podgorica Info – Information Booklet of Capital City, Podgorica, 2012.

Seit dem 1. Februar 2024 bin ich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Postdoc Researcher) im DFG-Projekt „Kultur des Nichtfunktionierens. Die lange und schwierige Geschichte der digital vernetzten Fabrik.“ beschäftigt.

Projekt:

2011 wurde das Konzept der Industrie 4.0 auf der Hannover Messe vorgestellt und als transformative Kraft in der industriellen Produktion angekündigt. Seine Ähnlichkeiten mit dem früheren Konzept der computerintegrierten Fertigung (CIM) lösten jedoch Debatten über seinen tatsächlich revolutionären Charakter aus. Kritiker prägten Begriffe wie „CIM-reloaded“, griffen die vermeintlichen Misserfolge von CIM in den 1990er Jahren wieder auf und stellten die Frage, ob Industrie 4.0 eine echte Umwälzung oder lediglich eine evolutionäre Fortsetzung darstellte. Diese Forschung baut auf solchen Diskussionen auf, indem sie den Fokus von den traditionellen „Treibern” des technologischen Fortschritts weg verlagert und die digital vernetzte Fabrik unter dem Gesichtspunkt von Reparatur und Fehlfunktion untersucht. Anstatt eine nahtlose Entwicklung darzustellen, beleuchtet diese Studie die oft langsame Einführung von Technologien und die anhaltenden Herausforderungen, die die industrielle Digitalisierung prägen.

Das Hauptziel dieser Forschung ist es, die Narrative rund um die digitale Transformation neu zu formulieren, indem ihr historischer Kontext und die Bedeutung der Auseinandersetzung mit Nicht-Funktionalität hervorgehoben werden. Während der vorherrschende Diskurs in der Regel die Ergebnisse der Digitalisierung untersucht, lenkt dieses Projekt die Aufmerksamkeit auf die soziotechnischen Bedingungen, die ihrer „Durchdringung, Zugänglichkeit und Fortdauer” zugrunde liegen. Indem die Digitalisierung der Arbeitswelt als langwieriger und komplexer Prozess der Fehlfunktion interpretiert wird, bietet diese Studie einen Kontrapunkt zu den gängigen Narrativen eines reibungslosen Fortschritts. Neben der Neuinterpretation der Geschichte der CIM verfolgt die Forschung zwei Hauptziele. Erstens versucht sie, die Mechanismen der digitalen Transformation durch das Prisma der Dysfunktion zu untersuchen, wobei sie sich auf das Konzept des „Broken World Thinking“ (Jackson 2014) stützt. Zweitens bemüht sie sich um die Etablierung einer Geschichtsschreibung, die sich auf Nicht-Funktionalität konzentriert und die Bedeutung der Überwindung von Hindernissen auf dem Weg zu einer digital vernetzten Fabrik unterstreicht. Mit diesem Ansatz zielt das Projekt darauf ab, ein differenziertes Verständnis der industriellen Digitalisierung als iterativen und umstrittenen Prozess zu vermitteln.