Herkunft: V.K.

Dr. Volker Köhler

Neuere und Neueste Geschichte

Fachgebietsmitarbeiter Landesstelle / Redaktionsleiter Neue Politische Literatur

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gerne zur Verfügung.

Sprechstunde nach Absprache, bitte wenden Sie sich per mail an mich.

10/2017-10/2018

Elternzeit

seit 2018

Mitglied der Arbeitsgruppe HISTRANS (Historie der Transparenz)

seit 2016

Redaktionsleiter der Neuen Politischen Literatur

seit 2015

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Neuere und Neueste Geschichte am FB02 der TU Darmstadt

2015

Promotion (Referenten: Jens Ivo Engels, Andreas Fahrmeir)

2013/2014

Vertreter des akademischen Mittelbaus im Fachbereichsrat des FB02 der TU Darmstadt

2011-2014

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt im DFG/ANR-Projekt „Politische Korruption: Praktiken der Begünstigung und öffentliche Debatten in Deutschland und Frankreich (19. – 20. Jahrhundert)“

2004-2011

Studium der Neueren und Neuesten Geschichte und Europäischen Ethnologie in Freiburg i.Br., Dundee (Schottland) und Basel

Redaktionsleiter Neue Politische Literatur

Beauftragter des Instituts für den TU Day

Vertreter der WiMis im Direktorium

Monographie:

Köhler, Volker: Genossen-Freunde-Junker. Die Mikropolitik personaler Beziehungen im politischen Handeln während der Weimarer Republik, Göttingen 2018.

Herausgeberschaft

Bernsee, Robert/Engels Jens Ivo/Huth, Volkhard/Köhler, Volker (Hrsg.): Moderne Patronage. Annäherungen an die Bedeutung personaler Verflechtungen in Politik und Wirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert (=Bensheimer Forschungen zur Personengeschichte 4), Frankfurt 2020.

Beiträge in Sammelbänden/Aufsätze:

Bernsee, Robert/Engels Jens Ivo/Huth, Volkhard/Köhler, Volker: Einleitung, in: dies. (Hrsg.):Moderne Patronage. Annäherungen an die Bedeutung personaler Verflechtungen in Politik und Wirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert (=Bensheimer Forschungen zur Personengeschichte 4), Frankfurt 2020, S. xi-xxii.

Engels, Jens Ivo/Köhler, Volker: Moderne Patronage – Mikropolitik in der Moderne. Konturen und Herausforderungen eines neuen Forschungsfeldes, in: Historische Zeitschrift 309, H. 1, S.36-69.

Köhler, Volker: Patronage démocratique ou amitié politique? Des réfléxions sur le manque curieux d'ingénerie électorale parmi l'élite politique de la République de Weimar, in: Alexandra Iancu u. Silvia Marton: Corruption et Politique en Europe. Enjeux, Réformes et Controverses, Paris 2019, S. 49-60.

Köhler, Volker: Bürokratie, Politik und Klienten. Carl Severing als Patron und Parteigenosse, in: Andreas Braune u. Michael Dreyer (Hg.): Republikanischer Alltag. Die Weimarer Demokratie und die Suche nach Normalität (= Weimarer Schriften zur Republik 2), Stuttgart 2017, S. 119-134.

Bernsee, Robert/Köhler, Volker: Korruption in der geschichtswissenschaftlichen Forschung und Lehre, in: Sebastian Wolf u. Peter Graeff (Hg.): Korruptionsbekämpfung vermitteln. Didaktische, ethische und inhaltliche Aspekte in Lehre, Unterricht und Weiterbildung, Wiesbaden 2017, S. 137-151.

Köhler, Volker: Wirtschaftskorruption in der Weimarer Republik? Der Verein gegen das Bestechungsunwesen und dessen Korruptionskommunikation, in: Hartmut Berghoff, Cornelia Rau, Thomas Welskopp (Hg.): Tatort Unternehmen. Zur Geschichte der Wirtschaftskriminalität im 20. und 21. Jahrhundert (=Schriftenreihe zur Zeitschrift für Unternehmensgeschichte 28), Berlin 2016, S. 68-83.

Köhler, Volker/Rothfuss, Anna: Ehrbare Kaufmänner und unlauterer Wettbewerb. Der Verein gegen das Bestechungsunwesen 1911-1935, in: Jens Ivo Engels et al (Hg.): Krumme Touren in der Wirtschaft. Zur Geschichte ethischen Fehlverhaltens und seiner Bekämpfung, Köln 2015, S.175-193.

Bour, Julie/Köhler, Volker: Recommandations et clientélisme en mirroir: la France de la IIIe République et l'Allemagne de la république de Weimar, in: Frédéric Monier, Olivier Dard u. Jens Ivo Engels (Hg.): Patronage et Corruption politique dans l'Europe contemporaine, Paris 2014, S. 185-201.

Rezensionen/Berichte:

für Neue Politische Literatur, Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung, Geschichte für Heute, H-Soz-Kult.

Aktuelles Forschungsprojekt:

Mittelmaß und Durchschnitt in der Sattelzeit: Zur Entstehung eines Bewertungsmusters der westeuropäischen Moderne ('Deutschland' und Frankreich, ca. 1750-1850).

Handeln mit „Maß und Mitte“ ist seit mindestens den 1950er Jahren eine immer wieder gerne an die Politik herangetragene Forderung, Gleichzeitig ist Mittelmaß in einer „Gesellschaft der Singularitäten“(Reckwitz) eine negativ konnotierte Vergleichsfolie, auch wenn in Jugendmagazinen wie ze.tt zur Selbstversicherung betont wird, „Deine Mittelmäßigkeit ist total ok.“ Der Begriff des Durchschnitts wiederum wirkt oft wertneutral und wird als statistisches Faktum in öffentlichen Debatten präsentiert. Mitte, Mittelmaß und Durchschnitt haben dabei eines gemeinsam: Sie ermöglichen die Bewertung des Individuums über einen Vergleich mit einer als Mittelwert präsentierten gesellschaftlichen „Normalität“.

In meiner Arbeit werde ich die Entstehung und Verbreitung dieses modernen Bewertungsmusters nachvollziehen. Ich verorte seine Genese in der Sattelzeit. Die Suche der Aufklärer jener Zeit nach Kategorien zur Beschreibung der Gesellschaft ist breit erforscht. Es gibt bereits wichtige Forschungen zu Begriffs- und Diskursgeschichte von „Individuum“ und „Normalität“. Doch noch wissen wir wenig darüber, wie diesen Begriffen zugrundeliegende Bewertungsmuster entstanden.

Hier setze ich mit meiner Arbeit an. Ich möchte beschreiben, wie in der Sattelzeit Individuum und Gesellschaft als Gegensatz neu gedacht und dabei bewertet wurden. Meine These: In der Sattelzeit entstand ein Bewertungsmuster, dass über den Bezug auf einen konstruierten Durchschnitt/Mittelwert positive oder negative Bewertungen der Gesellschaft oder ihrer Teile ermöglichte. Damit wurde dem Denken in Kategorien von Normalität und Individualität eine Grundlage gegeben. Bei der Entstehung dieses Musters kam es zu einer Überlappung wissenschaftlicher Debatten in den sich neu konstituierenden Feldern der Ästhetik und Statistik, ebenso wie von antiken, frühmodernen Vorstellungen von Mitte und Mittelmaß mit neuen mathematischen Methoden. Das sich in der Höhenkammliteratur auf Basis von Mittelwert und Durchschnitt herausbildende Bewertungsmuster entfaltete auch außerhalb Wirkmacht. So möchte ich in meiner Arbeit neben einer Analyse der Intellektuellendebatten auch beispielhaft die Felder der Uniform- und Rationenbeschaffung im Militär, Schülerbewertungen an Schulen sowie die Debatte um den Genie-Begriff in den Blick nehmen Diese Untersuchungsfelder ermöglichen mir die Anwendung des Bewertungsmusters auf breiter Basis nachzuvollziehen.

Untersucht werden Frankreich und ausgewählte deutsche Staaten (v.a. Preußen und Bayern). Dies ermöglicht es, ein Großteil der transnationalen europäischen Höhenkammdebatte in den Blick zu nehmen, wurde diese doch hauptsächlich auf Französisch und Deutsch geführt. Bei der staatlichen Implementierung wird Vorreiter Frankreich mit den deutschen Nachzüglern verglichen.

Meine Arbeit möchte so auch zur Debatte um spezifische Eigenheiten der Moderne beitragen. Ich möchte den Blick auf die Bedeutung einer grundlegenden Bewertungskategorie lenken, die uns hilft moderne Selbstbeschreibungen besser zu verstehen. Dabei möchte ich zeigen, dass die Wirkmächtigkeit der Bewertung als Mittelmaß/Durchschnitt keineswegs nur für die Höhenkammliteratur festzustellen ist, sondern ganz konkrete Auswirkungen auf den Alltag von Individuen entwickelte. Im Gegenzug zu antiken oder frühneuzeitlichen Mittelmaß-Debatten betone ich hierbei die spezifisch moderne, weil ambivalente Bewertung.

Es ist kein Zufall, dass einerseits zum Ende meines Untersuchungszeitraums der belgische Statistiker Adolphe Quetelet den Durchschnittsmenschen als positives Leitbild zu etablieren versuchte und nahezu gleichzeitig Alexis de Tocqueville vor dem in Amerika zu beobachtenden Hang zur Mittelmäßigkeit warnte. Der moderne Bezug auf Mitte und Durchschnitt im Positiven wie Negativen entstand in der Sattelzeit.

Weitere Forschungsschwerpunkte:

Geschichte der Korruption

Patronage und Mikropolitik

Weimarer Republik

Digital Humanities (insbesondere: Zusammenarbeit zwischen Informatik und Geschichtswissenschaft)

aktuelle Lehrveranstaltung im WS 19/20:

Proseminar: Einführung in die Neure Geschichte (1)

Proseminar: Einführung in die Neuere Geschichte (2)

frühere Lehrveranstaltungen:

Sommersemester 2019

Übung: Key Texts and Sources of the Historiography of the Enlightenment

Proseminar: Lost and Empire and not yet found a role: Großbritannien seit 1945

Wintersemester 2018/19

Proseminar: Einführung in die Neuere Geschichte (5): Über alle Schwellen hinweg? Die Dritte Republik 1870-1940.

Sommersemester 2017:

Übung: Digital Humanities? Möglichkeiten und Grenzen der computergestützten Recherche in den Geschichtswissenschaften

Seminar: How Scots Invented The Modern World. Narratives of Scottish Nationalism from William Wallace to Mark Renton (auf englisch)

Wintersemester 2016/2017

Proseminar: Einführung in die Neure Geschichte (2): An Age of Capital? Einblicke in die Zeit von 1848-1875.

Wintersemester 2015/2016

Proseminar: Einführung in die Neuere Geschichte (4): Die Weimarer Republik.

Proseminar: Einführung in die Neuere Geschichte (5): Die Weimarer Republik.