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Carolin Moritz

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Seit September 2015

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte, Lehrstuhl Prof. Dr. Heßler, Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg

2009-2015

Studium der Mittleren/Neueren Geschichte und der Germanistik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, I. Staatsexamen

Mutterschaft in sozialen „Randgruppen“ im 20. Jahrhundert:

„Randständige“ Mutterschaft wird bis heute gesellschaftlich tabuisiert, wenngleich im Laufe des 20. Jahrhunderts unterschiedliche Vorstellungen von „Randständigkeit“ diskutiert wurden. Während beispielsweise bis in die 1960er Jahre auch alleinerziehende Mütter eine soziale und rechtliche Diskriminierung erfuhren, änderte sich dies in Westdeutschland ab den 1970er Jahren.

Das Forschungsprojekt wiederum fokussiert primär die Mutterschaft in drei anderen sogenannten sozialen „Randgruppen“: Obdachlosen, Inhaftierten und Prostituierten. Es soll untersucht werden, wie Mutterschaft in diesen Gruppen gesellschaftlich wahrgenommen und wie mit ihr umgegangen wurde. Insbesondere möchte das Vorhaben analysieren, in welchem Rahmen Hilfseinrichtungen, aber auch Sanktionen für und gegenüber diesen Frauen eingerichtet bzw. ausgeführt wurden. Darüber hinaus wird erörtert, welcher Wandel sich in Wahrnehmung und Handlung gegenüber „randständigen“ Müttern mit welchen Folgen im Verlauf des 20. Jahrhunderts vollzogen hat. Am Beispiel der Stadt Hamburg fragt das Projekt konkret, welche Einrichtungen in Hamburg für „randständige“ Mütter etabliert wurden. Geschah dies aufgrund staatlicher oder privater Initiative? Welche handlungsleitenden Motive lagen der Gründung und Betreibung dieser Einrichtungen zugrunde? Hat sich innerhalb der Gesellschaft ein Wandel in der Wahrnehmung dieser Frauen vollzogen und welche Auswirkungen hatte dieser Wandel für das Leben von Mutter und Kind?

(Hilfs-)Einrichtungen dienten, so die Hypothese, nicht nur zur Unterstützung dieser Frauen, sondern führten vor allem auch zur gesellschaftlichen Ausgrenzung „randständiger“ Mutterschaft. Im geografischen Raum Hamburg gab es staatliche Bestrebungen, öffentliche Sichtbarkeit von „anormaler“ Mutterschaft zu reduzieren. Im 20. Jahrhundert vollzog sich ein Wandel in der Vorstellung von „Normalität“ und „Anormalität“ von Mutterschaft und damit einhergehend auch einen Wandel in der Wahrnehmung und der Akzeptanz von „randständigen“ Frauen und ihren Kindern.