Wie hat man früher eigentlich herausgefunden, wo das beste asiatische Restaurant ist? Seit wann gibt es Nähmaschinen in Indien und wie unterscheiden sich deren Ausbreitung und Nutzung von europäischen Entwicklungen? Wie veränderte die Schreibmaschine die Wissensproduktion und die Büroarbeit? Welche Rolle spielen Emotionen für die Technikentwicklung und Techniknutzung? Wie entstehen Innovationen? Warum sprechen wir heute nicht mehr von genialen Erfindern, wie es das 19. Jahrhundert tat?

Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Technikgeschichte. Erforscht wird die Geschichte technischer Entwicklungen in ihren gesellschaftlichen, kulturellen, ökonomischen und politischen Kontexten. Dazu gehören Fragen nach der Technikentstehung, nach gesellschaftlichem, kulturellem und ökonomischem Wandel im Kontext technischer Entwicklungen genauso wie die Erforschung von Aneignungen und Nutzungen von Technik.

Technikgeschichte untersucht, wie sich Lebenswelten im Kontext der Technisierung global verändert haben. Dabei geht es darum, die historische Gewordenheit der technischen Kultur aufzuzeigen und zu fragen, warum unsere hochtechnisierte Gegenwart uns so selbstverständlich erscheint.

Technikgeschichte ist Teil der Geschichtswissenschaft, versteht sich aber zugleich als interdisziplinär mit engen Bezügen zu anderen sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen sowie zu den Ingenieurswissenschaften.

Der zeitliche Schwerpunkt der Professur liegt auf der Zeit vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Forschungsschwerpunkte der Professur liegen im Bereich der Historischen Technikanthropologie, der Geschichte der Arbeit und der Geschichte der Digitalisierung.

Das ERC-Projekt “A Global History of Technology, 1850-2000 (Global-HOT)“, geleitet von Prof. Dr. Mikael Hård, untersucht die Auseinandersetzung mit westlicher Technik in Asien, Afrika und Südamerika.