Bild: Stephan Hermann

Raphael Longoni M.A.

Mittelalterliche Geschichte

Mitglied des Graduiertenkollegs KRITIS

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seit Oktober 2019

Doktorat am Graduiertenkolleg für Kritische Infrastrukturen KRITIS und am Institut für Geschichte an der TU Darmstadt (D) mit Fokus auf das städtische Bauwesen von Freiburg i. Ü. Vom 14. bis 16. Jh., betreut von Prof. Dr. Gerrit Jasper Schenk.

2018-2019

Diverse Publikationen sowie eine Studie zum Inwertsetzungspotenzial historischer Flurbewässerungsanlagen im Regionalen Naturpark Pfyn-¬Finges (Wallis, CH). Daneben Vorbereitungen für ein Dissertationsprojekt zur Infrastrukturgeschichte des Mittelalters.

2016-2018

Mitarbeit als Transkribent für das SNF-Online-Editionsprojekt des Einsiedler Kloster-Tagebuchs von Pater Joseph Dietrich (1670-1704, CH) unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Rohr und Dr. Gabriela Schwarz-Zanetti am Historischen Institut der Universität Bern. Daneben selbstfinanzierte Forschungen v. a. zum frühneuzeitlichen Flussbau in Regensburg (D).

2005-2016

Studium in Geschichte (Hauptfach) und Geografie (Nebenfach) mit Schwerpunkt Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte an der Universität Bern mit besonderer Aufmerksamkeit für mittelalterliche Flusshochwasser in städtischen Räumen und die historische Klimatologie unter Berücksichtigung sozialer wie hydrologischer Aspekte. Dazwischen Forschungspraktika im Staatsarchiv Freiburg, in der Handschriftenabteilung der Universität Basel und im Historischen Museum Thurgau (CH). Daneben Erwerbstätigkeit als Hilfspfleger im Alters- und Pflegeheim Bremgarten (Bern, CH).

Forschungsschwerpunkte:

• Stadtbau des Mittelalters

• Infrastrukturgeschichte

• Disaster Studies

• Umweltgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit

• Klimageschichte und historische Hydrologie

Dissertationsprojekt:

Kommunale Raumpolitik, technische Infrastrukturen und ihre Kritikalität in Freiburg i. Ü. 1350-1550 (Arbeitstitel)

Freiburg i. Ü. wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jh. als Zähringer Planstadt am Saanefluss errichtet und dehnte sich bis 1500 in alle Himmelsrichtungen allmählich weiter aus. Im 14. und 15. Jh. erfuhr die Stadt nicht nur einen raschen Ausbau bürgerlicher Selbstverwaltung und wirtschaftlichen Aufschwung, sondern geriet insbesondere als Vasall des Landesherrn Österreich-Habsburg verschiedentlich unter militärischen Druck, bis sie 1477 von Feudalherrschaft frei wurde und ihre Obrigkeit zunehmend intensivierte. Diese politischen und wirtschaftlichen Prozesse schlugen sich auch in der städtischen Bausubstanz nieder. Die Hauptfrage dieses Projekts ist, wie der kleine Rat als oberste Baubehörde über den Ausbau kommunaler Infrastrukturen – das sind die Verteidigungsanlagen, Gassen und Plätze, das Wasserleitungsnetz, Flussbauten, Amtsgebäude sowie Waffen- und Materiallager – in Kombination mit Regelungen ihrer Nutzung versucht hat, den städtischen Raum zu strukturieren und zu kontrollieren. Von besonderem Interesse sind dabei auch krisenhafte Ereignisse politischen, sozialen und ökologischen Charakters – z. B. Kriegszustände, Versorgungsengpässe und Hochwasser – weil sich in ihnen die Rolle von technischen Infrastrukturen zeigt, deren systemischen Wirkungsweisen untereinander und auf die Gesellschaft für die Vormoderne allgemein noch wenig erforscht sind. Anhand des kommunalen Bauwesens von Freiburg i. Ü. sollen nicht zuletzt auch Grundlagen für die Infrastrukturforschung des Mittelalters erarbeitet werden.

LONGONI, Raphael; WETTER, Oliver: Urban stream works in Central Europe 1200-1700: municipal administration, hydraulic engineering and flood reconstruction. In: Water History 11 (2019): 31-57. DOI: 10.1007/s12685-019-00231-6.

LONGONI, Raphael: Die Saanehochwasser von Freiburg i.Ü. 1387-1570. Kommunale Schadensabwehr, Wasserbau und Wasserstände anhand der Chroniken und Stadtrechnungen (Berner Studien zur Geschichte Reihe 1: Klima und Naturgefahren in der Geschichte 4). Bern Open Publishing BOP, Bern 2019, 285 S. DOI: 10.7892/boris.129949.

LONGONI, Raphael; POLLHAMMER, Jason; SCHOLZ, Antina: Unsichtbares und Unsichtbare – vom Erforschen des Nichtsichtbaren und von nicht sichtbaren Forscher/innen. Tagungsbericht des Driburger Kreises vom 10.-12.09.2018 in Bochum. Bern/Frankfurt a. M./Wuppertal 2018, 4 S., hier der Link zum Tagungsbericht vom 27.04.2019.

LONGONI, Raphael: Die Elektrifizierung der Kantone Freiburg und Neuenburg 1870-2015 als Umweltgeschichte. In: Freiburger Geschichtsblätter 94 (2017): 237-242. DOI: 10.5169/seals-736828.

LONGONI, Raphael: Saanehochwasser und kommunaler Hochwasserschutz in Freiburg i. Ü. 1387-1570. In: Freiburger Geschichtsblätter 94 (2017): 55-99. DOI: 10.5169/seals-736819.

LONGONI, Raphael: Rumo, Hermann (1923-2014). Quarante ans dans le béton. Übersetzung ins Französische durch Jean Steinauer. In: Société d’histoire du canton de Fribourg (Hg.): Fribourgeois. Un dictionnaire des anonymes, des inconnus, des oubliés, 1840-2015 (Archives de la Société d’histoire du canton de Fribourg Nouvelle série, hors série 22.3). Selbstverlag, Freiburg i. Ü. 2016: 177.

Unveröffentlichte Studien

LONGONI, Raphael; HERMANN, Stephan: Die Steinpfeiler von Leuk. Inwertsetzungspotenzial der historischen Wasserbauten an der Rhone und im Unteren Pfynwald. Studie zuhanden des Naturparks Pfyn-Finges. Bern 2018, 25 S., 10.10.2019.

WETTER, Oliver; TUTTENUJ, Daniel; LONGONI, Raphael: Rekonstruktion vorinstrumenteller Scheitelwasserstände der Aare – einschliesslich ihrer wichtigsten Zubringer Saane, Emme, Reuss und Limmat inklusive einer Meteoumfeldanalyse für die extremsten Hochwasser. Studie im Rahmen des EXAR-Projektes des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). Unveröffentlicht, Basel/Bern 2015, 140 S.

LONGONI, Raphael: Die „Fédération de secours mutuels de la Suisse romande“ und die Lex Forrer. Überzeugungen, Strategien und Erfolge der mutualistischen Elite in der schweizerischen Sozialversicherungsdebatte 1893-1899. Bachelorarbeit am Historischen Institut der Universität Bern. Unveröffentlicht, Bern 2012, 58 S.

Archivarbeiten

Historisches Museum Thurgau, T 6591. LONGONI, Raphael: Die Frauenfelder Stube 1555-2013. Funktionen und Nutzung anhand von Baugeschichte und Inventar. Unveröffentlicht, Frauenfeld 2013, 9 S.

Universitätsbibliothek Basel, Handschriftenabteilung. LONGONI, Raphael: Das Stammbuch des Paul Wagner, 21. April 1607 bis 08. August 1648. Einführung und Eintragsregister. Unveröffentlicht, Basel 2012, 32 S.

Staatsarchiv Freiburg, Rr 80. LONGONI, Raphael: Introduction et répertoire du fonds du Syndicat de la communication, Section Fribourg Poste 1893-2009. Übersetzung ins Französische durch David Blanck. Freiburg i. Ü. 2011, 44 S.

Nutzungskonflikte und Gerichtspraxis am Oberen Birsig in Basel bis 1500. Vortrag an der internationalen Konferenz zu Konflikten um Wasserwirtschaft und Wasserrechte vom Ende der Antike bis zur Industrialisierung im UNESCO Welterbe Kloster Lorsch, organisiert von der TU Darmstadt am 02.-04.09.2019.

„… quant la Sarina fust si granta“. Hochwasserabwehr und -bewältigung in Freiburg i. Ü., 1387-1570. Vortrag in der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg, organisiert vom Deutschen Geschichtsforschenden Verein des Kantons Freiburg am 31.01.2017.

Frühneuzeitliche Saanehochwasser in Freiburg i. Ü. Extremereignisse und kommunaler Wasserbau anhand von Chroniken und Stadtrechnungen. Vortrag am „Katharinentag“, Journée d’études en l’honneur de Kathrin Utz Tremp im Weiterbildungszentrum der Universtität Freiburg i. Ü., organisiert von der Universität Lausanne, den Frauen in Freiburg, dem Deutschen Geschichtsforschenden Verein des Kantons Freiburg und dem Staatsarchiv Freiburg am 20.06.2015.