Die Darmstädter und Darmstadt im Ersten Weltkrieg

Das Projekt

Das Forschungsprojekt Die Darmstädter und Darmstadt im Ersten Weltkrieg untersucht, wie sich das Kriegsgeschehen von 1914 bis 1918 auf die Darmstädter auswirkte. Hierbei interessieren uns gleichermaßen die Soldaten an der Front, wie auch die in der Stadt verbliebenen Einwohner.

Wir wollen das Kriegserleben zweier Personengruppen analysieren: Das der Darmstädter Soldaten, welche an diversen Kampfschauplätzen am Krieg teilnahmen, sowie das der daheimgebliebenen Darmstädter. Zu diesem Zweck eignet sich einerseits die Analyse des Austauschs innerhalb, sowie zwischen diesen beiden Gruppen. Daher wird ein Fokus auf den Postverkehr zwischen Front und Heimat gesetzt. Andererseits geben Quellen aus der städtischen Verwaltung Aufschluss über die wirtschaftliche und soziale Lage während des Krieges

Uns interessiert die subjektive Sicht der Betroffenen auf das Geschehen, die sich ändernde Stimmung in Bevölkerung und Armee. Ebenso wichtig sind die Maßnahmen der städtischen Verwaltung sowie die Praktiken aller Beteiligten angesichts dieser großen gesellschaftlichen Krise.

Ziel ist die Darstellung in einer Doktorarbeit.

Die Quellen

Die Grundlage der Untersuchung bilden die umfangreichen Bestände des Darmstädter Stadtarchivs zum Ersten Weltkrieg (StadtA DA Bestand 63 Abt. 1E). Dieser Bestand wurde bislang noch nicht umfangreich wissenschaftlich ausgewertet.

Einen bedeutenden Teil machen hunderte von Feldpostbriefen von Darmstädter Soldaten aus (63 Abt. 1E 182/1 bis 182/192). Dieser Bestand wurde bereits während des Krieges vom damaligen Stadtbibliothekar Karl Noack zusammengetragen.

Auch Berichte in Tageszeitungen (63 Abt. 1E 27/10 und 27/11) und Kriegszeitungen (63 Abt. 1E 27/12, 27/22, Abt. 27/40) können ggf. Aufschluss über die soziale und wirtschaftliche Situation in Darmstadt geben. Hinzu kommen einzelne zeitgenössische Publikationen wie „Darmstadt in den Tagen des Weltkriegs“ (63 Abt. 1E 27/2) und „Darmstadt in den Tagen der Mobilmachung“ (63 Abt. 1E 27/3).

Zur Kontextualisierung können Quellen von offiziellen Stellen genutzt werden. Innerhalb des Quellenpools des Stadtarchivs Darmstadt können wir hierbei auf Dokumente der städtischen Verwaltung zur Versorgungslage zurückgreifen (StadtA DA Bestand 12 A, Abschnitt 9: Kriegswirtschaft 1914/1918-1924). Diese Quellen werden durch den Verwaltungsbericht des Oberbürgermeisters der Stadt Darmstadt für die Jahre 1919-1921 ergänzt, welcher auch die Kriegsjahre umfasst.

Leitung und Bearbeitung

Geleitet wird dieses Projekt von Prof. Dr. Jens Ivo Engels (TU Darmstadt, Institut für Geschichte), Dr. Peter Engels (Stadtarchiv Darmstadt) und Prof. Dr. Peter Oliver Loew (Deutsches Polen-Institut).

Die Bearbeitung obliegt Marco Zivkovic (TU Darmstadt, Institut für Geschichte).

Ermöglicht wird dieses Projekt durch eine großzügige Spende der Sparkasse Darmstadt.

Militärpass eines Soldaten des Leibgarde-Infanterie-Regiments (1. Großherzoglich Hessisches) Nr.115 © Helmut Hahn
Militärpass eines Soldaten des Leibgarde-Infanterie-Regiments (1. Großherzoglich Hessisches) Nr.115 © Helmut Hahn

Dokumentenaufruf

Gab es jemanden in Ihrer Familie oder Ihrem Bekanntenkreis, der dem Garde-Dragoner-Regiment Nr.23, Feldartillerie-Regiment Nr.25, Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr.115, Feldartillerie-Regiment Nr.16 oder dem Leib-Dragoner-Regiment Nr.24 angehörte und zum Militärdienst im Ersten Weltkrieg eingezogen wurde?

Wir suchen:

• Persönliche Dokumente, wie Feldpostbriefe, Postkarten, Fotos und Tagebücher.

• Amtliche Dokumente, wie Militärpässe, Soldbücher oder Ausweise.

• Andere historische Dokumente und Erinnerungsstücke.

Alle Materialien und Informationen werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Gerne vermitteln wir Kontakt zu Archiven, sollten Sie Nachlässe dauerhaft abgeben wollen.